Alles über Kölsch - ein lokales Bier
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Kölner Biergeschichte
Ein unfiltriertes trübes Weizenbier, das sogenannte Wieß, war der Vorläufer des heutigen Kölsch. Das Wieß wurde aus Gerstenmalz gebraut, da Gerste kein Brotgetreide war. Ein kräftiger Bierkutscher transportierte es in Kannen oder Fässern über kurze Strecken. Da es dabei nicht gekühlt werden konnte, verdarb das Bier rasch, und daher trank man es gleich da, wo es gebraut wurde. Das ist der Grund, aus dem es auch heute noch so viele Brauhäuser in Köln gibt.
Auch im Mittelalter wurde die Qualität des Bieres schon überprüft. Dafür waren die für zwei Jahre vom Rat ernannten Bierherren oder Bierkieser zuständig. Wer ohne Genehmigung Bier braute und keine Biersteuer, die sogenannte Akzise, zahlte, musste mit einer Bestrafung durch den Rat rechnen.
Einst hatte Köln die größte Brauereidichte der Welt und die Zunft der Brauer war eine wichtige Wirtschaftskraft für die Stadt. Heute zeugt noch fast ein Dutzend Brauhäuser in der Altstadt von diesem Reichtum.
Mit der Kölsch-Konvention wurde eine Wettbewerbsregel festgelegt, die 24 Kölschbrauer im Jahr 1986 unterzeichneten: Kölsch darf nur in Köln und mit wenigen Ausnahmen (Besitzstandswahrung) in der näheren Umgebung gebraut werden. Der Name „Kölsch“ ist also eine qualifizierte geographische Angabe. Die Bezeichnung „Kölsch“ hat auf dem Gebinde zu stehen. Im Ausschank darf Kölsch nur aus der schlanken zylindrischen Kölner Stange ausgeschenkt werden.
Wie viele Kölschsorten gibt es heute noch?
Kölsch ist seit 1986 europaweit geschützt und wurde in der EU-Verordnung über Qualitätsregeln für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel novelliert. Betroffene Betriebe sollten seit mindestens 30 Jahren bestehen. Kölsch darf nur auf Kölner Stadtgebiet und mit Ausnahmen im nahen Umland gebraut werden.
Diese Kölschsorten gibt es aktuell (Stand 2026):
- Reissdorf Kölsch
- Gaffel Kölsch
- Mikkeler Kölsch (Gaffel mit Mikkeller (Viking))
- Früh Kölsch
- Gilden Kölsch
- Sion Kölsch
- Peters Kölsch
- Sester Kölsch
- Küppers Kölsch
- Dom Kölsch
- Rats Kölsch
- Gießler Kölsch
- Zunft Kölsch
- Mühlen Kölsch
- Päffgen Kölsch
- Sünner Kölsch
- Schreckenskammer Kölsch
- Hellers Kölsch
- Richmodis Kölsch (über Rewe)
- Schmitz Kölsch
Kölschsorten teilweise vorübergehend im Handel:
- Garde
- Traugott Simon (Trinkgut)
- Colonius Kölsch (Trinkgut)
- Rut Wiess Kölsch (Trinkgut)
Nicht mehr kaufen können Sie:
- Stattgarde Kölsch
- Kolping Kölsch
- Bürger Kölsch
- Ganser Kölsch
Belcher Kölsch gibt es nur im Kölner Tatort „Trittbrettfahrer“ aus dem Jahr 2000. Ramsdorfer Kölsch gibt es nur in der Komödie „Voll Normaaal“ aus dem Jahr 1994.
Obergärig aber kein Kölsch:
In der Braustelle in Ehrenfeld und im Hücheler Urstoff Brauhaus in Frechen werden ebenfalls kleinere obergärige Biersorten gebraut, zum Teil naturtrüb, d.h. unfiltriert und damit ein Wieß, also kein Kölsch. Böllbier wird in Kalk bei der Sünnerbrauerei im Lohnbrauverfahren hergestellt.
Ehemalige Kölschsorten ab 1950:
- Agrippa Kölsch
- Augustus Kölsch
- Balchem Kölsch
- Bartmanns Kölsch
- Bürger Kölsch
- Conradin Kölsch
- Cramer Kölsch, Wollersheim
- Domkrone Kölsch
- Dumont Kölsch
- Felskrone Kölsch
- Funke Köllsch
- Ganser Kölsch
- Gereon Kölsch
- Germania Kölsch
- Glocken Kölsch
- Grenadier Kölsch
- Hansa Kölsch
- Hofburg Kölsch
- Kess Kölsch
- Knappen Kölsch
- Kolping Kölsch
- Kontra Kölsch
- Kronen Kölsch (Ganser)
- Kur Kölsch
- Kurfürsten Kölsch
- Kurfürsten Maximilian Kölsch, Bonn bis 2012
- Lecker Kölsch
- Lüpges Kölsch
- Meister Kölsch
- Rewe Kölsch
- Römer Castell Kölsch
- Römer Prinzen Kölsch
- Schmitze Kölsch
- Schloß Kölsch
- Schöffen Kölsch
- Severins Kölsch
- Stattgrade Kölsch
- Stecken Kölsch
- Stern Kölsch
- Stolz Kölsch
- Treppchen Kölsch
Brauhäuser in der Kölner Altstadt
Im Kern der Altstadt befinden sich noch rund ein Dutzend Brauhäuser und Traditionsgaststätten. Diese sind meist aus ehemaligen Brauereien entstanden. Dielenböden, blankgescheuerte Holztische und Holzvertäfelungen, sowie Schankraum oder ein Kontörchen (der sog. Beichtstuhl) erinnern an die ehemaligen Produktionsbetriebe.
Folgende Brauhäuser befinden sich in der Altstadt:
- Bierhaus am Rhein
- Bierhaus in der Salzgass
- Brauhaus zum Prinzen (Gaffelhaus)
- Dom im Stapelhaus
- Früh
- Gaffel am Dom
- Gilden im Zims
- Malzmühle
- Peters Brauhaus
- Sion
- Sünner im Walfisch
Brauhäuser rund um den Eigelstein:
- Brauerei Schreckenskammer
- Gaststätte Max Stark
- Em Kölsche Boor
- Weinhaus Vogel
Deutzer Brauhäuser:
- Brauhaus ohne Namen
- Deutzer Brauhaus
- Lommerzheim
Brauhäuser westliche Innenstadt:
- Brauhaus Pütz
- Päffgen
- Peters am Hahnentor
Biersuppe: Kölsch kann man auch Essen!
Rezept für „Bierzupp“:
- 2 Flaschen Kölsch ca. 1 L
- 1 Zimtstange
- 50 g Korinthen
- wenig Zucker und Zitronensaft
- bei geringer Flamme kurz köcheln
- 1,5 Becher Sahne
- 2 Eiweiß (steif geschlagen) unterheben
- ggf. Brotkrumen einstreuen
Wichtig: Heiß genießen!
