Wir können Köln – Kölle künne mer!

Führung über den Eigelstein

bunt, lebendig & speziell

Ein uriges Viertel: der Eigelstein – die nördliche Altstadt.

Infos und Preise

Dauer 1,5 Stunden
Start Eigelsteintorburg
Ende Eigelstein
Zugänglichkeit rollstuhlgerecht
Sprachoptionen
Gruppengröße max. 24 Personen
Gruppenpreis bis 15 Personen 180 € inkl. Mwst.
kostenfrei anfragen

Abgrenzung und Name Eigelstein

Der „Cardo Maximus“, heute Hohe Straße, erstreckt sich Richtung Norden in den heutigen Eigelstein und bildet in der Verlängerung die römische Fernstraße, den Limesweg. Der Eigelstein wird im Westen durch das Ursulaviertel und im Osten durch das Kunibertsviertel begrenzt.

Im 12. Jahrhundert steht in einer Schreinsurkunde „Eygelsten“, hier stand ein römisches Grabmal (Stein) mit einem Pinienzapfen gekrönt. Dieser wurde wohl im Mittelalter als die Frucht der Stileiche interpretiert, da Pinien in Köln damals unbekannt waren. Abgeleitet vom mittelhochdeutsch „Eycheln“ kommen wir dann zum „Eyelsten“ und sind der Lösung vermutlich nahe.

In der Franzosenzeit hieß der Eigelstein „Rue de l'aigle“, also Adlerstraße. Das war ein Übersetzungsfehler.

Tagelöhner, Handwerker und Kleinbürger

Statt Villen prägen Mietshäuser das Viertel. Hier lebte der ursprüngliche Analphabet und Tagelöhner Arnold Klütsch, genannt der „Fressklötsch“. Mit Hilfe seiner Frau lernte er lesen und schreiben und schaffte es, zum Taxator der Stadt aufzusteigen. Auch das kölsche Original „Orjels Palm“ lebte hier mit seinen 13 Kindern. Allein in der Straße Unter Krahnenbäumen (UKB) musste er sechsmal umziehen. Auch die Sängerin und Komödiantin Grete Fluss und ihre 13 Geschwister wuchsen in dieser kinderreichen Nachbarschaft auf.

Multikulturelles Flair

Der Eigelstein war in der Vergangenheit ein urkölsches Arbeiterviertel. Heute prägen unterschiedliche Kulturen. Viele kleine Restaurants mit Holzkohlegrills versorgen die Menschen in der Weidengasse. Nebenan finden sich kölsche Kneipen wie das „Weinhaus Vogel“ oder das „Lapidarium“. In letzterem fand 2001 die erste „Loss mer singe“-Veranstaltung statt, auf der aus 20 Neuerscheinungen kleinerer Bands die besten Lieder ausgewählt werden. Eines der ältesten Brauhäuser Kölns, der „Kölsche Boor“, ist ebenfalls hier. Insgesamt funktioniert das Miteinander gut. Viele Menschen haben im Viertel eine Heimat gefunden.

„Kappesbuure“ & Prostituierte

Während vor der Torburg die Kappesfelder lagen, blühte in der Stadtseite die Prostitution besonders in den 1970er Jahren im Stavenhof und der Stavenhofpassage. Nach der Sperrbezirksverordnung durften hier nur Prostituierte über 30 Jahren arbeiten. Die Prostituierten gaben den Kindern oft ein paar Mark für Süßigkeiten. Vom Milieu sind heute nur noch ein paar sog. Anbahnungswirtschaften zu finden.

Für wen eignet sich eine Tour über den Eigelstein?

Menschen, die Köln schon etwas länger kennen und Interesse an diesem bunten Viertel haben.