KÖLSCH LEXIKON - WÖRTERBUCH DER KÖLSCHEN SPRACHE

gut recherchiert und fundiert

Hier finden Sie unser Kölschlexikon mit einer Auswahl an kölschen Wörtern und Ausdrücken mit Herkunftshinweisen und zugehörige Erläuterungen. Einige Wörter werden im kölschen Sprachgebrauch nur noch selten genutzt z. B. Luhstock oder Gick (auch Jick); und damit sie nicht vergessen werden, stehen sie hier im Kölsch-Wörterbuch. Wir möchten damit ein wenig dazu beitragen, die kölsche Sprache - unser Kulturgut - zu erhalten.

Lexikon und Sprachirrtümer
Dieses Kölsch-Lexikon ist nur eine lose Sammlung von Wörtern. Ich danke meinen Großeltern und vielen Menschen aus der gleichen Generation für inspirierende Gespräche und Anregungen. Außerdem möchten wir mit Sprachirrtümern aufräumen, gerade im Kölschen wird so manche Übersetzung als Sprachanekdote ersponnen, unter anderem Wörter wie Klüngel, Fisematentchen, Muckefuck oder Fisternöll werden oft falsch interpretiert.

Schreibregeln und Aussprache
Wer kennt die Übersetzung von "Karmenat" oder "Dürpel" vom Kölschen ins Deutsche? Wie schreibt man auf Kölsch richtig? Die kölschen Schreibregeln richten sich weitestgehend nach den Regeln der "Akademie för uns kölsche Sproch". Die Aussprache unterscheidet sich leicht von der Schreibweise, d.h. das "G" wird besonders am Anfang fast immer als "J" ausgesprochen. Übrigens gibt es die Unterscheidung zwischen Aussprache und Schreibweise auch im Hochdeutschen. Die kölschen Schreibweisen lassen aber viel Spielraum, Varianten zu, die Wörterbücher können hier helfen, im Zweifelsfall kann auf jeden Fall auch phonetisch geschrieben werden.

Die Geschichte der kölschen Sprache
Der Sprachstamm von Kölsch ist fränkisch-ripuarisch bzw. altfränkisch. Bis zum 19. Jahrhundert wurde in Köln Altkölnisch gesprochen. Der hochdeutsche Einfluss begann bereits im Spätmittelalter und wurde dann seit Mitte der 1960er Jahre verstärkt spürbar, insbesondere da Kölsch von dieser Zeit bis fast bis in die 90er Jahre als Gossensprache verpönt war. "Sprich anständig", hieß es damals, anständig war hochdeutsch. Das in Köln und dem nahen Umland gesprochene Kölsch (Stadtkölsch und Landkölsch) ist heute eine mit hochdeutschen Wörtern abgemilderte Form der ursprünglichen kölschen Mundart, die bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts verbreitet gesprochen wurde.

Kölsch heute
Erst nach der zweiten Jahrtausendwende erlebt Kölsch wieder ein größeres Interesse auch bei jüngeren Menschen. Heute wird wieder hervorragend Kölsch gesungen. somit ist es auch in der Verantwortung der Musik, das unsere Sprache und die damit verbundene Kultur erhalten bleibt. Zum Sprechen brauchen Sie ein adäquates Gegenüber, daher hören wir Kölsch im Alltag eher seltener. Die kölsche Sprache stiftet Identität und Gemeinschaftsgefühl, Getreu nach dem Karnevalsmotto 2019: "Uns Sproch es Heimat". Wir sind stolz auf unsere Sprache.

Kölsch sprechen - Kölsch lesen - Kölsch schreiben Kölsch wird am besten mit der Muttermilch aufgesogen, lässt sich aber auch von den Großeltern lernen. Auch verschiedene junge Musiker haben sehr gut Kölsch gelernt. Kölsch lesen ist schwierig und Kölsch Schreiben ist nochmal eine Steigerung. Hier finden Sie eine kompetente Übersetzungshilfe vom Kölschen ins Deutsche. Kölsch - Deutsch Übersetzungen.

Viele Begriffe zur Kölschkultur finden Sie im Bierlexikon.


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Ä   | Äädäppelschlot

Kartoffelsalat

A   | Aap, aape

Affe, äffen

Ä   | Ääzbischoff

Erzbischoff
(Erz- aus altgriechischen) Führung oder abgeleitet Oberbischof, Titel in der katholischen Kirche e.g. Vorsitzender einer Erzdiözese. Daraus abgeleitet gab es in Köln auch einen einzigen Erzbürger: Ferdinand Franz Wallraf

A   | Aki

Geschick, Schwung

  | ald ov aal

alt

  | Aprel, "Am eeschte Aprel scheck mer ene Jeck, wo mer well"

April, "Am ersten April schickt man einen Jeck, wohin man will"

  | aläät

aufgeweckt, lebhaft, munter, flink

B   | Babeljötche

Lockenwickler

  | beim

bei, beim, zum

  | bläck

nackt

  | Blaukopp pl. Blauköpp

a) Schimpfwort für einen Protestant (kölsch: Evangelischer). Ehemalige preußische (evangelische) Soldaten, hatten als Verwaltungsbeamte blaue Kopfbedeckungen. Der Erklärungsansatz macht zumindest in Köln Sinn, da kölsche Schimpfwörter oft viel mit dem Äußeren zu tun haben. Den Begriff gibt es auch in anderen Regionen.
b) gehärteter Nagel mit blau angelaufenem Kopf (e.g. zum Nageln von Dachpappe)

  | Blech

a) Blech
b) Gefängnis - von Bleche Botz: Der Blechschläger Hittorf und Maurermeister Botz bauten das Clarissen-Kloster in der Schildergasse im 18. Jahrhundert in ein Correktionshaus um. Blodwoosch ov Flönz geräucherte Blutwurst, Flönz im Rheinland meint die einfache Blutwurst, auch leicht geräucherte einfache Blutwurst bzw. wird auch generell für Blutwurst verwendet (siehe Flönz)

  | Blötsch

Delle, Druckstelle; Blötschkopp = Dummkopf

  | Böckem ov Bückem

Bückling, heiß geräucherter Hering mit Kopf, oft kalt gegessen oder mit einem Ei gebraten

  | Boor un Kölsche Boor

Bauer, der "Kölsche Bauer" als Karnevalsfigur erinnert an den Bauernstand im Mittelalter: "Hald fass am Rich, do Kölsche Boor, mag et falle, söß ov soor". Halt fest am Reich, du Kölner Bauer, mag es kommen, süß oder sauer. Der Kölner Bauer steht für die Wehrhaftigkeit und Unsterblichkeit der freien Stadt Köln, Köln war Mitglied in der Reichsbauernschaft.

  | Botz

Hose

  | bovve(n)

oben

  | Brothering

Brathering, fischer (grüner) Hering. Übrig gebliebener Fisch wurde mit Zwiebeln in einer Salz-Essig-Gewürzlake eingelegt, später gebraten und mit Bratkartoffeln serviert siehe auch "Herring"

  | Büggel

Beutel, "aale Büggel" (= alter Mann), "der Büggel bütze" (= den Buckel runter rutschen)

  | Bützche ov Bützje

flüchtiges Küsschen auf die Wangen meist mit spitzen Lippen, Mitte des 19. Jahrhunderts war dies noch ein leichter Sittenverstoß

C   | Courage ov Kurasch (aus frz.)

Mut, Beherztheit

D   | Dachhas

Katze

  | Dätz

Kopf, aus dem franz. Tête

  | Deepegassekirmes ov Deepejassekirmes

Veedelsfest auf dem Mauritiuskirchplatz. Die Thieboldsgasse heißt heute noch im Volksmund Deepegass.

  | Ditzche, auch Ditzje

Säugling, kleines Kind; die Redensart: "Fastelovend e Witzje, November e Ditzje" verwendete meine Mutter gerne. Vergleiche auch "E Fastelovendsspillche gitt e Martinsbildche". Beides warnt vor Fehltritten im Karneval (im Februar), da man dann in noch verhütungsfreien Zeiten zu Sankt Martin (im November) mit einem Baby rechnen musste.

  | doll ov raderdoll

a) verrückt, bekloppt, blöde b) übermütig c) stark betrunken
Zustand nach dem Genuß von Dollbier (Bier mit schwarzem Bilsenkraut (Hexenkraut)) führte zu starken Rauschzuständen.

  | Dürpel

Türschwelle, Türpfahl

  | duselig

a) dumm, b) schlaftrunken, c) schwindelig

  | Düüvel ov Deuvel

Teufel

E   | Et Kreppche

Alter volkstümlicher Name vom Hänneschen-Theater, das Stockpuppentheater ging ursprünglich auf das Krippenspiel zurück. Dies ist der beste Ort in Köln, um geballt die kölsche Sprache zu hören.

  | Explizier

Streit, Auseinandersetzung; explizeere = auseinandersetzen, streiten

F   | fäädig

fertig

  | Fangieser

a) Fangeisen oder Tellereisen b) Ehering
Falle (verboten) oder schöne kölsche Umschreibung für Ehering

  | Fastelovend ov Fasteleer

Fastenabend (Dienstag vor Aschermittwoch), Fastnacht

  | Fazung

a) Fassong, Form, Machart, Schnitt (e.g. Haarschnitt) b) innerlich in Ordnung, zur Vernunft kommen

  | Fibel

Fibel, Schulbuch

  | Fickmüll

Fickmühle, Zwickmühle, Fangmühle (Doppelmühle beim Mühlespiel). Das Wort "Ficken" bedeutet Hin-und Herschieben.

  | fidel

treu, zuverlässig

  | Filou ov Filu (aus frz.)

Betrüger, Filou

  | fimpschig

empfindlich

  | Firke, Ferke

Ferkel

  | Fisematente

Ausflüchte oder unnütze Arbeit. Die Erklärung, dass französische Soldaten zu kölschen Mädchen gesagt haben sollen: "Visitez ma tente!" (i. e. "Besuchen Sie mein Zelt!") ist eine kölsche Mär. Der Ausdruck kommt aus dem lateinischen "visimetent" und meint Ausflüchte, Erfindungen oder unnützes Getue.

  | Fisternöll

a) Bastelei b) heimliche Liebschaft, Affäre; bedeutet aber nicht "fils à noel" bzw. Weihnachten ein Kind, das ist eine Sprachanekdote. Der Begriff kommt vom älteren Wort "vistan" und bedeutet basteln und Nöll ist der kölsche Kurzname von Arnold.

  | Fitschbunne

Schneide-Bohnen (milchsäurevergoren), (Fitschmaschinche = Bohnenschneider), >> mit Milch, Zwiebeln, Kartoffeln

  | Flitsch

a) Steinschleuder oder Zwille b) Mandoline, Ukulele (Hans Süper ein kölner Musiker und Komiker: "Mein Leben mit der Flitsch")

  | Flönz ov Blodwoosch

Einfache frische Blutwurst, verbreiteter Name für Blutwurst im Rheinland von Bonn bis Düsseldorf. Der Begriff Flönz ist als geographisch geschützte Angabe (ggA) geschützt. Seit 2015 gibt es auch den Flönz Pokal für die beste kölsche Flönz.

  | fluppen

gelingen, klappen >> "Wann et fluppt, dann fluppt et, wenn et nit fluppt, dann fluppt et nit"

  | Fooderkaat

Speisekarte besonders im Brauhaus

  | Föttchesföhler

lüsterner Popograbscher oder Mann mit haptischen Bedürfnissen, im heimischen Umfeld guter Eheindikator, international auch "weinsteinen"

  | fott ov foutu ov fotü >> siehe auch futü

weg, "wat fott es es fott"; status code:410 (gone forever)

  | Fott

Gesäß

  | Freesklötsch

a) Fressack, verfressener Mensch b) Johann Arnold Klütsch, ein kölner Original (1778-1845), hatte unheimliche Kräfte, Hunger und Durst, er schaffte es vom Rhingroller s.u. Tagelöhner zum Taxator der Stadt.

  | fringsen

Stehlen aus Not oder Mundraub (Briketts, Kartoffeln, Zwiebeln). Geht zurück auf die Silvesterpredigt, die der damalige Kardinal Frings 1946 in Sankt Engelbert gehalten hat: „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder Bitten, nicht erlangen kann.“

  | futü ov foutu

futsch, verloren, weg aus frz. foutu = zum Teufel!

  | Futzemann

Bürschchen (darf noch futze (pupsen)

G   | Gabbeck ov Jabbeck

Schnabel, Gaffmaul, Gaffer

  | Gaffel

a) zweizinkige Fleischgabel im Mittelalter, davon leitet sich das Gabelprivileg ab
b) politische Vereinigung der Handwerkszünfte im Mittelalter. In Köln gab es 22 Gaffeln, davon 3 Kaufmannsgaffeln, Die Gaffeln stehen auch de facto für die freie Reichsstadt
c) oberes Rundholz beim Segel
d) Privatbrauerei in Köln gegründet 1908

  | gappe ov jappe

gähnen, das Maul (=jabbeck) aufreißen
s. auch Platzjabbeck

  | gatz ov jatz ov better

bitter

  | Gedöns

Getue, Lärm

  | Geschräppels

Kleinkram

  | Gick (auch Jick)

- beide Schreibweisen möglich, gesprochen: "Jick" -
a) einachsiger Anhänger, kippt nach vorn oder hinten bzw. die Deichsel schlägt (fällt) nach oben oder unten. b) umfallen, scheitern sterben; Die Redensart: "Jetz noch ene Schnaps, dann schlage ich de Gick" bedeutet umfallen, auch scheitern oder sterben.

  | giffele ov gieffele

lachen

  | glöcksillig

glückselig, "Glöcksillig Neujohr! Göv Godd, et wör wohr" (Glückselig Neujahr, gebe Gott, es wäre wahr")

  | Godachte ov Zeugnis

Gutachten "För genog Nüsele kann mer sich e Godachte kaufe" s. auch Klüngel

H   | Halfe

bewirtschaftet einen Gutshof, für sich und den Gutsherrn bleibt jeweils der halbe Ertrag. Carl Cramer textet bei Jan und Griet: "Ich well nen däft'ge Halfer han met Öhß un Köh un Pääd."

  | Hämmche

Hinterkeule gekocht wie Eisbein, jedoch aus dem Oberschenkel, vergleiche auch Englisch "ham". Typisches Winteressen wird meist mit Sauerkraut und Kartoffelpüree serviert.

  | Hanak

Halunke, Schelm

  | Hasebrüdche

zurückgebrachtes nicht gegessenes Butterbrot

  | Heinzemännche (ggf. ohne n und l)

a) kleine gute Hausgeister, Wasserknechte b) böser Kobold (Schimpfwort) vgl. Gedicht der Heinzelmännchen zu Köln von August Kopich

  | Herring (ov "Volksforell)

Hering oder auch die "Volksforelle" in den Varianten: frisch (grün) zum Braten s. auch Brathering, Salzhering (eingelegt) oder geräuchert. Wichtiges Nahrungsmittel im Mittelalter (Fastenspeise) und Handelsgut für den Kölner Stapel (mittelalterliche Zollverfügung).

  | Himmel un Ääd

Gebratene Blutwurst mit Kartoffelpüree und Apfelmus. Für arme Leute schmeckte es wie der Himmel auf Erden, im Himmel wachsen die Äpfel und in der Erde die Kartoffeln.

  | höösch

a) leise, still b) behutsam, vorsichtig, auch langsam

  | hügg ov hüggzedags (hückzodachs)

heute oder heutzutage

I   | Imi (Imitierter)

Imitierender, Zugezogener

J   | Jeses vo Jesses ov Jeses Marja Josep ov Jesesmarjosef

Jesus! - als Ausruf des Erstaunens, auch Jesus Marie Josef (veraltet)

  | Jot ov Godd ov Götte

Patin, Taufzeugin

  | Juv ov Fimm

Ohrfeige

K   | Kaarehungk

Zughund, bis noch ca. 1950 wurden Hunde vor oder in einen Karren gespannt, arme Leute konnten sich kein Pferd leisten. (vgl. karrig)

  | Kääzemöhn

Kerzenverkäuferinnen (arme alte Frauen an der Kirche, waren vorher oft Dirnen)

  | Kabüffje

kleiner Verschlag, Abstellkämmerchen

  | Kadangs

Angst, Respekt

  | Kalverei

Tollerei, albernes Benehmen, Kalberei

  | Kamell

a) Karamelle, Zuckerstück (gebrannter Zucker) b) das Verb "kamelle" bedeutet "etwas sagen", vgl. die Redensart: "Wat häs do zo kamelle"?

  | Kamesol

Jacke, heute oft negativ für eine (ggf. alte) oder auffällige Jacke

  | Kappes (ov Kühl)

a) Kohl insbesondere Weißkohl, soore ov suure Kappes Sauerkraut, Kappesboor = Gemüsebauer b) Kopf c) dummes Gerede

  | karesseere ov karessiere (aus frz.)

streicheln, liebkosen

  | Karmenat

Kotelett, auch Karbonade, ursprünglich aus dem Italienischen "carbonata" auf Kohle gegrilltes Fleisch

  | karrig

geizig

  | Kasalla vun Casala

Schläge, Haue. Bis in die 70er Jahre gab es in Schulen oft eine Prügelstrafe. Kopfüber hing man übers Lehrerpult und las das Firmenschild "Casala" vom Schulmöbelhersteller Carl Sasse Lauenau unterm Stuhl, während der Lehrer mit dem Zeigestock die Hebelgesetze anwendete. Eine gesunde Vorsichtsmaßnahme war die zu meiner Schulzeit moderne Lederhose.

  | Kaschemm ov Kaschämm

Kaschemme, eher abwertend für Kneipe

  | Kaschöttche

Arrestzelle, Gefängnis

  | Käu

Unsinn, dummes Geschwätz

  | Klävbotz

wörtlich Klebhose, jemand, der an der Theke oder beim Feiern bis zum Schluss bleibt. Als Klävbotze bezeichnet sich auch ein kleiner und erfolgreicher Laufverein.

  | Klatschkis - Fleutekis

Quark – Quarkkäse

  | Klüngel auch Kölner Klüngel

Knäuel, (von dem alten Wort: klungelin) geheime Machenschaft - Vetternwirtschaft, Positiv umformuliert: Nutzen von kurzen Dienstwegen zum Wohl der Allgemeinheit. Häufiger negativ, e. g. im Sinne von Postenvergaben, die zu Lasten der Allgemeinheit (Steuerzahler) gehen. Die Sprachanekdote aus dem Französischen "clin d`oeuil" also Augenzwinkern wird häufig erzählt, ist aber sprachlich falsch. In der kommunalen Politik und Verwaltung ist der Kölner Klüngel fest verankert. Erstmals wurde der Begriff Klüngel 1837 erwähnt.

  | Klut

a) ursprünglich einfacher Hafenarbeiter mit schwarzem Klutenhut und Halstuch b) rücksichtsloser Mensch

  | Klütte

Briketts (gepresste Braunkohle), einmal in der Woche kam der "Klüttemann" oder "Klütteboor"

  | Knollendorf

fiktiver ländlicher Vorort von Köln im Hänneschen Theater, auch Verballhornung von Köln. Bewohner Johannes Knoll (Hänneschen), abgeleitet von "Knoll" = Knolle, Rübe

  | kodd

a) böse, schlimm
b) schlecht im Sinne von krank (eiternd)

  | Kölsche

Kölnerin, Kölner; das Wort Kölsche meint auch die Kölner Lebensart, die rheinische Mentalität. Somit kann der Kölsche auch ein Imi sein, während das deutsche Wort Kölner viel stärker auf den Geburtsort fokussiert. So gibt es Kölner, die in Bayern leben und "Kölsche", die im Umland geboren sind.

  | Kölscher Wisch

schnelles Putzen - gut nass machen (mangelhafte Reinigung)

  | kötte ov Kötte gonn

betteln, sammeln von Tür zu Tür, stark bitten

  | Korfherring

Korbhering, junge Heringe kamen nicht in die Salzfässer, da sie zu empfindlich für die Salzkonzentration waren. In einem Korb aus Lindenbast wurden sie leicht gesalzen und getrocknet, damit waren sie begrenzt haltbar. Korbheringe waren die Vorläufer des holländischen Matjes.

  | Krad

a) Kröte
b) ungehobelter Mensch, Flegel

  | Krätzche

kleiner Kratzer, Schrämmchen, lustiger Streich bzw. Erzählung eines Streichs oft als Gesangvortrag mit rheinischem Humor

  | Kreßdaach ov Chressdag, Chressnach ov Weihnachte

Weihnachten ursprünglich kirchliches Fest, ab Mitte des 19. Jahrhunderts Familienfest zur Geburt Christi

  | Kuletschbier (eigentlich Knuppbier oder Kölnisches Knupp)

Lakritzbier
umgangssprachlich für ein Malzbier dessen Farbe an Lakritz erinnert. Das Knuppbier war ein untergäriges, braunes und teures Starkbier. Die Knupp war die Würze eine Kräutermischung. Es war bis zum ersten Weltkrieg erhältlich und wurde hinter der Stadtgrenze ausgeschenkt. Der Rat hatte das Brauen von Knuppbier wegen der dadurch entstehenden "Knupperreien" (Raufereien) verboten.

  | Kuletschhot

a) schwarzer Helm der preußischen Schutzmänner
b) übertragen Polizist (veraltet)

  | Kuschteie

Kastanien, "... wo it Kuschteie briet" aus Jan un Griet von Karl Cramer (Esskastanien)

L   | Labbes

langer pubertärer Junge, flegelhafter Junge; "Labbese" auch Name einer erfolgreichen Band aus Bergisch Gladbach

  | Laberdan

a) gesalzener Kabeljau (niederländisches Wort), wird heute in Senfsoße serviert
b) scherzhaft für den Helm der Infanterie der Roten Funken

  | Lällbeck

Grünschnabel, vorlauter junger Flegel

L   | Lamäng, auch us dr Lamäng

Stegreif

  | Lappekess ov Bedd

Bett

  | Lappörche

Zusatzverdienst nach Feierabend, oft unversteuert
ursprünglich Lederstück zum Flicken von Schuhen

  | Lavumm

a) Tamborin (flache Handtrommel mit Schellchen)
b) Gesäß, Hintern

  | letsche ov litsche

ausrutschen, Eisbahn schlagen. Auch "Letschred" oder "Letschleed" im Karneval

  | Limenör

Limburger Käse mit Schwarzbrot eine gute Kombination zum Kölsch, Der Stinkkäse ist heute im Brauhaus eher selten zu finden.

  | Livverling

Lerche (Vogel)

  | Löhrgass

a) Löhrgasse bis 1875 heute Aggrippastraße, hier lebten Lohgerber, einfache Handwerker
b) durch den schlechten Ruf der Straße im Volksmund: Synonym für schlechtes Benehmen

  | Lotterbov

Lausbube, Schelm, Schlingel, zu Streichen aufgelegter Junge, leichtfertiger Taugenichts

  | Lück

Leute

  | Luuschhohn, Luuschhöhnche

a) Schilfvogel
b) heimlich lauschender eigennütziger Mensch

  | Luhstock

gepresste Gerberlohe (gemahlene und verarbeitete Eichenrinde für die Lederherstellung), diente zum Anzünden des Ofens. Vor dem Brauhaus glimmte oft ein Luhstock in einem Eisenkorb, dieser diente zum Anzünden der Pfeifen.

  | luuter

immer, stets

  | Lut ov Lot

a) Blei b) Bleilot c) Gewichtseinheit (ca. 10 Gramm)

M   | Maat ov Alder Maat

Markt, Marktplatz >> "Alder Markt" = Alter Markt bildete ursprünglich (mercatus coloniae) mit dem heutigen Heumarkt eine Einheit. Abspaltung ab dem 13. Jahrhundert in forum feni (Heumarkt ) für den südlichen Teil. Hier entstand 1904 die Großmarkthalle am Sassenhof (heute Maritim Hotel). Damit endete das Markttreiben nach fast 1000 Jahren, heute beschränkt es sich seit 1972 auf den Weihnachtsmarkt.

  | Maiblom

Flieder

  | maggele

handeln, Maggelei = Schwarzhandel

  | mallich

jeder

  | Malörche

Unfall, auch uneheliches Kind

  | Mang, Korv

Korb

  | mangs

a) weich, weich gekocht, gut durchgeknetet
b) zart anfühlend

  | Maria Sief

Maria Heimsuchung 2. Juli (Maria ging nohm Kusin Els dat och en Hoffnung wor) "Rähnt et op Maria Sief, rähnt et veezig dag stiev" Sief = feucht (auch Siebenschläfer)

  | mau

mittelmäßig, wenig, schlecht

  | Mau

Ärmel, Unterarm
Maue han ov en de Maue han = starke Arme haben, stark sein

  | Melote (auch Malote) (ursprünglich lateinisch)

Ortsbezeichnung "zu den Maladen" (Aussätzigen, Kranken), medizinisch: male habitus = schlechte Erscheinung, erst später wurde daraus im franz. malade = krank

  | Momang (aus frz.)

Moment, Augenblick

  | Moleste (auch Maleste)

Schwierigkeiten, Beschwerden

  | Möhn

a) ältere oft alleinstehende Dame, verbitterte Jungfrau, Möhnetrus = Kaffee
b) verkleidete Dame

  | Mömmes

Popel, eingetrocknetes Nasensekret

  | Mömmesfresser

Geizhals, wörtlich: jemand, der sein getrocknetes Nasensekret isst

  | Möpp

kleiner Hund, oft "fiese Möpp" = unangenehmer Mann

  | Mösch

a) Spatz bzw. Sperling (gab es früher auf dem Wallrafplatz - WDR-Sendung) b) im übertragenen Sinne auch wertlos: Möschedreck, Möscheköttel, Mösch steht auch abfällig für äußeres weibliches Geschlechtsorgan c) en verkaalte Mösch ist eine Frostbeule

  | Mostert

Senf

  | Muckefuck

Kaffeeersatz aus Chicoreewurzel ohne Koffein, gab es bei meiner Oma auch für Kinder. Die französische Bezeichnung "mocca faux" also falscher Mocca passt gut, ist aber sprachwissenschaftlich falsch. "Mucke" ist das Innere eines morschen Baumes, und "fuck" bedeutet faul.

  | Muhre ov Karott

Möhre, Mohrübe auch Karotte (altes Wurzelgemüse mit Ursprungsfarbe weiß)

N   | Naachsüül (gesprochen mit k)

Nachteule, Nachtschwärmer, nachtaktiver Mensch

  | Nubbel (auch Peijass oder Zacheies)

Strohpuppe, wurde im Kölner Land nach der Kirmes verbrannt. Im Karneval wird der Nubbel am Karnevalsdienstag mit Trauerzug und -rede den Flammen übergeben.

N   | Nümmes

Niemand

  | Nöttelefönes

Nörgler, Meckerer

  | Nüsele

Kleingeld, Geld och Nüselefönes = scherzhaft für Schatzmeister/Kassierer im Verein

Ö   | Öllig (ov Öllich) ov Zwibbel

Zwiebeln

  | öm, öm sin

um, etwa, ungefähr
öm sin = vorbei, verdorben, todmüde, betrunken, zu nichts mehr zu gebrauchen

O   | Ommer, plural Ömmere

Murmel, ursprünglich Tonkugel, später große Glasmurmel mit Glasfluss im Innern, auch Eisenkugeln zum Klickern. "Ömmer spille": Klickern oder Murmeln mit gekrümmten Fingern in ein Grübchen schieben, der Gewinner erhält die Murmel. Die Entfernung zum Grübchen wurde mit einem Fingerstrich im Erdreich gemacht. Das Spiel wurde noch bis in die 1980er Jahre gespielt. Eine Onlineversion existiert m. W. nicht.

Ö   | ömesöns

umsonst

O   | op jöck

unterwegs / auf Tour sein

  | ov

oder

  | ovschüns

obwohl

  | Ovvenspief

Ofenrohr

  | Ovverstüvvje ov Heens

Gehirn, im Extremfall "besenrein"

P   | Paaf

Pfaffe, abwertende Bezeichnung für einen Geistlichen, Kritik bezieht sich auf das verhältnismäßige hohe Einkommen und das teilweise geringe seelsorgerische Engagement.

  | Packaan

a) Topflappen
b) Mensch, der anpacken kann

  | Pänz

Kind, früher häufig negativ "verdammte Pänz", in den geburtenstarken Jahrgängen waren es viele Kinder, die auch schon mal Streiche spielten. Lateinisch "pantex" heißt der Bauch.

  | Paraplü (aus frz. Parapluie)

Regenschirm (wörtlich gegen Regen decken)

  | Päädswäg

langer und anstrengender Weg, wörtlich: Pferdeweg

  | Papp

Papa (gehürt och bei der Mamm)

  | Pattevugel

a) Windvogel oder Papierdrachen (von Papp), Pappe wird aus geklebten Papierlagen hergestellt
b) Frau, die mit bunten Bandschleifen ihre Kleidung schmückt (wie der Schwanz eines Papierdrachens)

  | Peffer

Pfeffer; "Muys gevv Peffer, dun jet Peffer dran, dr Saal es ze ruhig" Horst Muys wurde als Büttenredner auf der Herrensitzung oft angestachelt noch derber zu reden.

  | Penn

langer dünner Stift, Nagel (och Nähl), "Penncher kloppe". "Dä kölsche Boor en Iser" war eine 3,50 m hohe Nagelplastik aus Lindenholz, zugunsten der Kriegswaisen des 1. Weltkrieges wurde durch "nageln" gespendet - heute Stadtmuseum. Auch für den Gürzenich wurden 1950 "Penn gegen Spenden jeklopp."

  | Pief

Pfeife

  | piel

steil, Pielhau = Spitzhacke, piel op = steil auf

  | Pimock

a) ortsfremde Menschen, oft Saisonarbeiter aus dem Osten für die Korn- oder Rübenernte. (Herkunft ist unbekannt, Erdarbeiter aus dem Piemont waren es eher nicht)
b) Schimpfwort für erbärmlicher Mensch oder für preußische Bürokraten

  | Pittermännchen

a) kleines Kölschfässchen (ca. 10 bis ca. 12 Liter, da ursprünglich Holzfass), tragbares Gebinde für das Fest von Peter und Paul am 29. Juni (Namenstagsausflug).
b) Koseform für Peter

  | Plagge

a) Lappen, Wischtuch, abgetragenes Kleidungsstück b) Plagge einschlage = bestürzt sein c) Fahne (verballhornt)

  | Pläsier

Freude, Vergnügen

  | Platzjabbeck

Holzkopf aus dem MA unter der Uhr des Rathausturms, frz. "le bec" = der Schnabel, kölsch "jappen" = gähnen, beim Stundenschlag klappt das Maul auf, eventuell Symbol für die Bürgerfreiheit, Symbol nicht zu gierig zu sein (Sage von Karl dem Großen bei der Reichsaufteilung an seine Söhne). Die Zunge streckt er erst seit 1913 raus, damit der Mund besser gesehen wurde. Nachkriegs-Replik.

  | Plüschprumm ov Peesch

Pfirsich, wörtlich: pelzige Pflaume

  | Plümmo, Plumeau

Federdecke, Plumeau

  | plümerant

flau, schindelig

  | Pomeranz

a) Bitterorange (Öl für Eau de Cologne, Schalen für Melissengeist, Marmelade)
b) einfaches Mädchen vom Land oft mit roten Bäckchen wie die Bitterorange

  | Poosch ov Pooschdag

Ostern, "Spez op Spez un Aasch op Aasch" Spruch beim Eierkippen, dabei werden zwei Ostereier mit der Spitze oder dem Hinterteil aneinandergestoßen, Gewinner ist der, dessen Ei unbeschädigt bleibt.

  | poussiere ov pusseere (aus frz.)

anbandeln, liebkosen

  | Pötz ov Pütz

Brunnen, aus dem lateinischen "puteus"

  | Prumm

a) Pflaume auch für Zwetschge; Prummetaat ist im Rheinland Zwetschgenkuchen b) Vagina c) Prumme - gebacke! = von wegen

P   | puddelrüh

pudelnackt, splitternackt

  | Puute

Kinder (veraltet), Quallmann, Pellkartoffel

  | Quetsch

a) Akkordeon, Ziehharmonika b) Zwetschge (auch fälschlich für Pflaume) c) Presse

R   | Rabau

a) Rabauke, Rüpel b) Apfelsorte (auf dem Dachboden haltbare grobschalige Reinette). c) die vier (später drei) Rabaue - Straßenmusiker in der Nachkriegszeit in der kölner Südstadt

  | Radau

Lärm, Krach (Radaubroder)

  | rammdösig

verrückt

  | Räsong

Vernunft, "ene zo Räsong brenge"

  | Reuz auch Räuz

Rutenkorb, Rückentragekorb, das kölsche Verb "reuze" bedeutet schultern

  | Rähn

Regen, "Wann et nit rähnt, dann dröppt et" ov " Jetz han mer de Rähn"

  | Rievkoche

Reibekuchen

  | Rhingroller

Tagelöhner zum Entladen von Schiffen, einfacher Hafenarbeiter

  | Röggel un Röggelchen

Roggenmischbrot auch Graubrot (Sauerteig mit Milchsäurebakterien und Hefen), ein Röggelchen ist ein kleiner Röggel also ein kleines Roggenmischbrot bzw. kleines Graubrot und kein Roggenbrötchen wie oft irrtümlich bezeichnet. Ein Röggel hat meist 90 % Roggenanteil, ein Roggenbrötchen gerade einmal 50 % Quelle: Deutsches Lebensmittelbuch. Fragen Sie notfalls einen richtigen Bäcker.

  | Rubbedidupp

im Nu, Reitergruß, auch Schlachtruf der Ehrengarde

S   | schääl

a) schielen, fehlsichig
b) krumm, falsch

  | Schabrack

alte Stute, alte Frau

  | Schäselong

Schaiselong, langer Stuhl, Armlehnstuhl
aus den frz. chaise long

  | schangeln

fuchsen
altes Geschicklichkeitsspiel mit Münzen

  | Schapo

Hut (veraltet) vergleiche auch "Chapeau" für Hut ab.

  | Schavu

Savoyer Kohl (chou de Savoie), Wirsing

  | Schavöttche

komisches, drolliges Hütchen, auch "Schapo" für Hut, vergleiche franz. "Chapeau" für Hut ab (Anerkennung)

  | Schless

Heißhunger

  | schlih

a) herb-säuerlich
b) stumpf i. S. von "schlih Zäng han" (nach Genuss von Schlehen oder Ananas belegte Zähne)

  | Schmecklecker

a) Genießer, Feinschmecker
b) Schürzenjäger

  | Schmier ov Schmeer

Polizei
von schimro (jiddisch = Wache), Begriff wurde in die Gaunersprache (rotwelsch) übernommen

  | Schmölzche

Gruppe, Verein

  | Schnüss bzw. schnüss schwaade

Schnauze, Mund bzw. tratschen, lange unterhalten, Schnüsse Tring = Karnevalsgesellschaft benannt nach vorlauten Dienstmagd/Köchin Katharina aus dem 19. Jahrhundert

  | Schorittefäger

Schornsteinfeger

  | Schottel ov Kump

Schüssel

  | Schötzeneere

Schwarzwurzeln auch Winterspargel genannt. In Salzwasser gekocht werden die Gemüsestangen mit Milch und saure Sahne angemacht. Der kölsche Name leitet sich vom spanischen "Scorzonera" ab, von hier wurde das Gemüse vor etwa 400 Jahren eingeführt.

  | Schruppsüffer

jemand der auf andere Kosten trinkt

S   | Schwaadlappe

Vielredner

  | schwadroneere

angeben, prahlerisch reden, vergleiche auch Schwadron: als Reiter mit dem Säbel rasseln

  | Sibbeschröm

Kartenspiel, eine römische Sieben (VII) wird dabei bei verlorenem Spiel abgestrichen

  | Sigg

Seite

  | söke

suchen

  | Söster ov Schwester

Schwester

  | spingkse

heimlich beobachten

  | Spezerei ov Spezerey

Gewürz

  | spintiseere ov spintisiere

nachdenken (sinnen und spinnen)

  | Spruut ov Sprüütche ov Poppeschavu selde Poppeköchekäppesche

Rosenkohl, Puppenwirsing selten Puppenküchenköhlchen

  | Stätz

Schwanz, Schweif, "Mer treffe uns ungerm Stätz" > gemeint ist der Schweif von Reiterdenkmal auf dem Heumarkt, der ein beliebter Treffpunkt für Verliebte war.

  | steekum

heimlich, stiekum

  | stivvele

a) stapeln, ordnen, herrichten
b) mit schweren Schritten gehen, stiefeln

S   | Suurampel ov Soorampel

Sauerampfer (roh essbar oder als Suppe)

  | Suurbrode ov Kölsche Suurbrode

Sauerbraten vom Pferd, zähes Pferdefleisch (altes Kutscherpferd) wird mehrtägig eingelegt (gebeizt) und damit haltbarer und weicher gemacht. Rosinen sind ein Muss, ggf. Printen. Heute oft Rheinischer Sauerbraten vom Rind.

  | suure Hungk

Saurer Wein (wörtlich saurer Hund). Im 19. Jahrhundert war der Wein in Köln durch ein rauheres Klima und einer beschränkten Logistik oft sauer.

T   | Taatebär och Danzbär

schwerfälliger Mensch, abgeleitet vom Tanzbär (dicker dressierter Braunbär der bis Anfang des 20. Jahrhunderts auf öffentlichen Plätzen tanzte > Tierquälerei)

  | Tapet oder Tapeet

Tapete (aus Papier), ursprünglich wurden Teppiche als Wandbehang verwendet. Die Redensart: "Dat kütt op de Tapeet ov op et Tappet brenge" heißt zur Sprache bringen, bei Ratszimmern oder Gerichten waren die Verhandlungstische oft mit grünem Papier bezogen, daher auch die Redewendung am grünen Tisch.
Wat morjens passeet, kütt ovends op et Tapeet, Tagesgeschehen wurde früher auf der Bühne gebracht "Em Hänneschen", da es früher keine Zeitungen gab.

  | tirek

direkt

  | tirektemang

sofort, unmittelbar

  | tirre gonn

abhauen, weglaufen

  | Tünnes un Schäl

Fiktive Figuren aus dem Hänneschen Theater, die die kölsche Mentalität spiegeln, einerseits Tünnes (Anton) als einfacher gutmütiger humorvoller Kohlbauer, andererseits Schäl (Schielender) als schlitzohriger Geschäftsmann.
Tünnes wurde von J.C. Winters erfunden, ggf. Ableitung von "De Neus", eine ältere ähnlich Puppe, die Winters in Flandern gesehen hatte. Der 40 Jahre jüngere Schäl ist vermutlich eine Parodie auf den Konkurenten F.A. Millewitsch, der damals auf der Schäl Sick ohne Konzession spielte.

Ü   | Ühm ov Ohm

Onkel von Oheim

U   | uze (lang gesprochen)

scherzen, necken, foppen

V   | verschnupp

a) verwöhnt, wählerisch, b) naschhaft c) verschnupft

W   | Weech

Mädchen

  | Wichsdos

Schuhcremedose, Wichsdöschensverkäufer = Schimpfwort bedeutet armer Hausierer

  | wigger

weiter

Z   | Zackerment! ov Zackerlot! ov Zapperlot!

a) Sakrament
b) besonders Sackerlot! (Fluchwort oder Ausruf des Erstaunens); Lot oder Lut kommt vom Bleigewicht.

W   | wupp ov wupptisch

schnelle Bewegung, schnell

X   | Xanthipp (aus altgr.)

Xanthippe, streitsüchtige Dame. Ursprünglich das zänkische Weib von Sokrates.

Z   | Zappes

a) Schankraum, oft im Eingangsbereich einer Brauerei oder Wirtschaft
b) Zapfbursche, Zapfer, heute auch Zapferin (scherzhaft: "Zappesine")

  | zick

seit

  | Zigaar ov Bängchenszigaar

Zigarre, teure Zigarre mit Banderole (früher für Angeber)

  | Zigg

Zeit

  | Zint ov Zinter (aus lat.)

Sankt (heilig oder Heiliger) vor Namen oder Kirchen e. g. "Zinter Kloos (klöös) ov Zint Andreas"

  | Zizies ov Zizieslätzsche (auch Brodwoosch)

Bratwurst, mit einem Holzstück zusammengehalten und dünn aufgerollt.

Quellenangabe:

Als Quellen dienten mir persönliche Gespräche und Erfahrungen sowie folgende Bücher:

  • Das kölsche Wörterbuch, Bhatt und Herrwegen, Bachem Verlag
  • Der Ohm Will, Wilhelm Rädersdcheidt, Heimatverein Alt-Köln e.V.
  • E Stöck vum ahle Kölle, Peter Berchem, Heimatverein Alt-Köln e.V.
  • Kappes, Knies & Klüngel, Peter Honnen, Greven Verlag Köln
  • Kölner Wörterbuch, Fritz Hönig, Maternus Verlag Köln
  • Neuer Kölnischer Sprachschatz, Adam Wrede, Greven Verlag Köln
  • Sprachführer Kölsch, Resch & Bungter, Band 1, Kiwi-Verlag Köln
  • Sprachführer Kölsch, Resch & Bungter, Band 2, Kiwi-Verlag Köln

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