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Kölsch Lexikon - Wörterbuch der kölschen Sprache

Kölsche Wörter Übersicht

Hier finden Sie unser Kölschlexikon mit einer Auswahl an kölschen Wörtern und Ausdrücken mit Herkunftshinweisen und zugehörige Erläuterungen. Einige Wörter werden im kölschen Sprachgebrauch nur noch selten genutzt z. B. Luhstock oder Gick (auch Jick); und damit sie nicht vergessen werden, stehen sie hier im Kölsch-Wörterbuch. Wir möchten damit ein wenig dazu beitragen, die kölsche Sprache - unser Kulturgut - zu erhalten.

Dieses Kölsch-Lexikon ist nur eine lose Sammlung von Wörtern. Ich danke meinen Großeltern und vielen Menschen aus der gleichen Generation für inspirierende Gespräche und Anregungen. Außerdem möchten wir mit Sprachirrtümern aufräumen, gerade im Kölschen wird so manche Übersetzung als Sprachanekdote ersponnen, unter anderem Wörter wie Klüngel, Fisematentchen, Muckefuck oder Fisternöll werden falsch interpretiert.

Wer kennt die Übersetzung von "Karmenat" oder "Dürpel" vom Kölschen ins Deutsche? Wie schreibt man denn auf Kölsch richtig? Die kölschen Schreibregeln richten sich weitestgehend nach den Regeln der "Akademie för uns kölsche Sproch". Die Aussprache unterscheidet sich leicht von der Schreibweise, d.h. das "G" wird besonders am Anfang fast immer als "J" ausgesprochen. Übrigens gibt es die Unterscheidung zwischen Aussprache und Schreibweise auch im Hochdeutschen. Die kölschen Schreibweisen lassen aber viel Spielraum, Varianten zu, die Wörterbücher können hier helfen, im Zweifelsfall kann auf jeden Fall auch phonetisch geschrieben werden.

Die Geschichte der kölschen Sprache

Der Sprachstamm von Kölsch ist fränkisch-ripuarisch bzw. altfränkisch. Bis zum 19. Jahrhundert wurde in Köln Altkölnisch gesprochen. Der hochdeutsche Einfluss begann bereits im Spätmittelalter und wurde dann seit Mitte der 1960er Jahre verstärkt spürbar, insbesondere da Kölsch von dieser Zeit bis fast bis in die 90er Jahre als Gossensprache verpönt war. "Sprich anständig", hieß es damals, anständig war hochdeutsch. Das in Köln und dem nahen Umland gesprochene Kölsch (Stadtkölsch und Landkölsch) ist heute eine mit hochdeutschen Wörtern abgemilderte Form der ursprünglichen kölschen Mundart, die bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts verbreitet gesprochen wurde.

Erst nach der zweiten Jahrtausendwende erlebt Kölsch wieder ein größeres Interesse auch bei jüngeren Menschen. Heute wird mehr Kölsch gesungen als gesprochen. Singen ist einfacher, hier können Sie sich auch die Wiederholung anhören, zum sprechen brauchen Sie ein adäquates Gegenüber, daher hören wir Kölsch im Alltag nur noch selten. Kölsch Schreiben ist nochmal eine Steigerung. Hier finden Sie eine kompetente Übersetzungshilfe vom Kölschen ins Deutsche. Kölsch - Deutsch Übersetzungen: Getreu nach dem Karnevalsmotto 2019: "Uns Sproch es Heimat".

Viele Begriffe zur Kölschkultur finden Sie im Bierlexikon.

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Für die Suche nach einzelnen Wörtern und Übersetzungen nutzen Sie auch gerne unsere Volltextsuche.

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Äädäppelsschlot

Kartoffelsalat

Ääzbischoff

Erzbischoff (Erz- aus altgriechischen) Führung oder abgeleitet Oberbischof, Titel in der katholischen Kirche e.g. Vorsitzender einer Erzdiözese. Daraus abgeleitet gab es in Köln auch einen einzigen Erzbürger: Ferdinand Franz Wallraf

Aki

Geschick, Schwung

Aprel, "Am eeschte Aprel scheck mer ene Jeck, wo mer well"

April, "Am ersten April schickt man einen Jeck, wohin man will"

aläät

aufgeweckt, lebhaft, munter, flink

Babeljötche

Lockenwickler

beim

bei, beim

bläck

nackt

Blaukopp pl. Blauköpp

a) Schimpfwort für Protestant (kölsch: Evangelischer). Ehemalige preußische (evangelische) Soldaten, hatten als Verwaltungsbeamte blaue Kopfbedeckungen, der Erklärungsansatz macht zumindest in Köln Sinn, da kölsche Schimpfwörter oft viel mit dem Äußeren zu tun haben. Den Begriff gibt es auch in anderen Regionen.

b) gehärteter Nagel mit blau angelaufenem Kopf (e.g. zum Nageln von Dachpappe)

Blech

a) Blech

b)  Gefängnis - von Bleche Botz: Der Blechschläger Hittorf und Maurermeister Botz bauten das Clarissen-Kloster in der Schildergasse im 18. Jahrhundert in ein Correktionshaus um. 

Blodwoosch ov Flönz

geräucherte Blutwurst, Flönz im Rheinland meint die einfache Blutwurst, auch leicht geräucherte einfache Blutwurst bzw. wird auch generell für Blutwurst verwendet (siehe Flönz).

Blötsch

Delle, Druckstelle; Blötschkopp = Dummkopf

Böckem ov Bückem

Bückling, heiß geräucherter Hering, oft kalt gegessen oder mit einem Ei gebraten

Boor un Kölsche Boor

Bauer, der "Kölsche Bauer" als Karnevalsfigur erinnert an den Bauernstand im Mittelalter: "Hald fass am Rich, do Kölsche Boor, mag et falle, söß ov soor". Halt fest am Reich, du Kölner Bauer, mag es kommen, süß oder sauer. Der Kölner Bauer steht für die Wehrhaftigkeit und Unsterblichkeit der freien Stadt Köln, Köln war Mitglied in der Reichsbauernschaft.

bovve(n)

oben

Brothering

Brathering, fischer (grüner) Hering. Übrig gebliebener Fisch wurde mit Zwiebeln in einer Salz-Essig-Gewürzlake eingelegt, später gebraten und mit Bratkartoffeln serviert siehe auch "Herring"

Büggel

Beutel, "aale Büggel" (= alter Mann), "der Büggel bütze" (= den Buckel runter rutschen)

Bützche ov Bützje

flüchtiges Küsschen auf die Wangen meist mit spitzen Lippen, Mitte des 19. Jahrhunderts war dies noch ein leichter Sittenverstoß

Courage ov Kurasch (aus frz.)

Mut, Beherztheit

Dachhas

Katze

Dätz

Kopf, aus dem franz. tête

Deepegassekirmes ov Deepejassekirmes

Veedelsfest auf dem Maurituiskirchplatz. Die Thieboldsgasse heißt heute noch im Volksmund Deepegass.

Ditzche, auch Ditzje

Säugling, kleines Kind; die Redensart: "Fastelovend e Witzje, November e Ditzje" verwendete meine Mutter gerne. Vergleiche auch "E Fastelovendsspillche gitt e Martinsbildche". Beides bedeutet: Karneval (Februar) ein Fehltritt bedeutete in Zeiten ohne Verhütung oft zu Sankt Martin (November) Verantwortung für ein Baby.

doll ov raderdoll

a) verrückt, bekloppt, blöde b) übermütig

Zustand nach dem Genuß von Dollbier (Bier mit schwarze Bilsenkraut (Hexenkraut)) führte zu starken Rauschzuständen.

Dürpel

Türschwelle, Türpfahl

duselig

a) dumm, b) schlaftrunken, c) schwindelig

Düüvel ov Deuvel

Teufel

Et Kreppche

alter volkstümlicher Name vom Hänneschen-Theater, das Stockpuppentheater ging ursprünglich auf das Krippenspiel zurück

Explizier

Streit, Auseinandersetzung; explizeere = auseinandersetzen, streiten

fäädig

fertig

Fangieser 

a) Fangeisen

b) schöne kölsche Umschreibung für Ehering

Fastelovend ov Fasteleer

Fastenabend (Dienstag vor Aschermittwoch), Fastnacht

Fazung

a) Fassong, Machart, Schnitt (e.g. Haarschnitt)

b) innerlich in Ordnung, zur Vernunft kommen

Fibel

Fibel, Schulbuch

Fickmüll

Fickmühle, Zwickmühle, Fangmühle (Doppelmühle beim Mühlespiel). Das Wort "Ficken" bedeutet Hin-und Herschieben.

fidel

treu, zuverlässig

Filou ov Filu (aus frz.)

Betrüger, Filou

fluppen

klappen "Wann et fluppt dann fluppt et, wann et nit fluppt dann fluppt et nit"

Gaffel

a) zweizinkige Fleischgabel (Gabelprivileg)

b) politische Vereinigung der Bürger (Zünfte) (de facto für die freie Reichsstadt Köln). In Köln gab es 22 Gaffeln, davon 3 Kaufmannsgaffeln 

c) oberes Rundholz beim Segel

d) Privatbrauerei in Köln

gatz ov jatz ov better

bitter

fimpschig

empfindlich

Fisematente

Ausflüchte oder unnütze Arbeit. Die Erklärung, "visitez ma tente" (i. e. "Besuchen Sie mein Zelt") sollen französische Soldaten zu kölschen Mädchen gesagt haben, ist eine kölsche Mär. Der Ausdruck kommt aus dem lateinischen "visimetent" und meint Ausflüchte, Erfindungen oder unnützes Getue.

Fisternöll

a) Bastelei

b) heimliche Liebschaft, Affäre; bedeutet aber nicht "fils à noel" bzw. Weihnachten ein Kind, das ist eine Sprachanekdote. Der Begriff kommt vom älteren Wort "vistan" und bedeutet basteln und Nöll ist der kölsche Kurzname von Arnold.

Flitsch

a) Steinschleuder oder Zwille

b) Mandoline, Ukulele (Hans Süper: Mein Leben mit der Flitsch)

Flönz ov Blodwoosch

einfache frische Blutwurst, verbreiteter Name für Blutwurst im Rheinland von Bonn bis Düsseldorf. Der Begriff Flönz ist als geographisch geschützte Angabe (ggA) geschützt. Seit 2015 gibt es auch den Flönz Pokal für die beste kölsche Flönz 

fluppe

gelingen, klappen >> "Wann et fluppt, dann fluppt et, wenn et nit fluppt, dann fluppt et nit"

Fooderkaat

Speisekarte besonders im Brauhaus

Föttchesföhler

lüsterner Popograbscher oder Mann mit haptischen Bedürfnissen, guter Eheindikator, weinsteinen

fott ov foutu ov fotü

weg, "wat fott es es fott"; code:410 (gone)

Freesklötsch

a) Fressack, verfressener Mensch

b) Johann Arnold Klütsch ein kölner Original (1778-1845), hatte unheimliche Kräfte, Hunger und Durst, er schaffte es vom Rhingroller (Tagelöhner) zum Taxator der Stadt.

fringsen

stehlen aus Not (Briketts, Lebensmittel), Mundraub aufgrund der Silvesterpredigt 1946 in Sankt Engelbert: „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder Bitten, nicht erlangen kann“.

futü ov foutu

futsch, verloren, weg aus frz. foutu = zum Teufel!

Futzemann

Bürschchen (darf noch futze (pupsen)

Gabbeck ov Jabbeck

Schnabel, Gaffmaul, Gaffer

Gedöns

Getue, Lärm

Gick (auch Jick)

- beide Schreibweisen möglich, gesprochen: "Jick" - 

a) einachsiger Anhänger, kippt nach vorn oder hinten bzw. die Deichsel schlägt (fällt) nach oben oder unten.

b) umfallen, scheitern sterben; Die Redensart: "Jetz noch ene Schnaps, dann schlage ich de Gick" bedeutet umfallen, auch scheitern oder sterben.

glöcksillig

glückselig, "Glöcksillig Neujohr! Göv Godd, et wör wohr" (Glückselig Neujahr, gebe Gott, es wäre wahr")

Halfe

bewirtschaftet einen Gutshof, für sich und den Gutsherrn bleibt jeweils der halbe Ertrag. Carl Cramer textet bei Jan und Griet: "Ich well nen däft'ge Halfer han met Öhß un Köh un Pääd."

Hämmche

Hinterkeule gekocht wie Eisbein, jedoch aus dem Oberschenkel, vergleiche auch Englisch "ham". Typisches Winteressen wird meist mit Sauerkraut serviert.

Hanak

Halunke, Schelm

Hasebrüdche

zurückgebrachtes nicht gegessenes Butterbrot

Heizemännche (ohne n)

a) kleine gute Hausgeister, Wasserknechte

b) böser Kobold (Schimpfwort)

vgl. Gedicht der Heinzelmännchen zu Köln von August Kopich

Herring (ov "Volksforell)

Hering oder auch die "Volksforelle" in den Varianten: frisch (grün) zum Braten s. auch Brathering, Salzhering (eingelegt) oder geräuchert. Wichtiges Nahrungsmittel im Mittelalter (Fastenspeise) und Handelsgut für den Kölner Stapel. 

Himmel un Ääd

Gebratene Blutwurst mit Kartoffelpüree und Apfelmus. Für arme Leute schmeckte es wie der Himmel auf Erden, im Himmel wachsen die Äpfel und in der Erde die Kartoffeln.

höösch

a) leise, still

b) behutsam, vorsichtig, auch langsam

Imi

Imitierter, Zugezogener

Jeses Marja Josep auch "Jesesmarjosef"

Jesus Maria Josef - als Ausruf des Erstaunens (veraltet)

Jot ov Godd ov Götte

Patin, Taufzeugin

Juv ov Fimm

Ohrfeige

Kaarehungk

Zughund, bis noch ca. 1950 wurden Hunde vor oder in einen Karren gespannt, arme Leute konnten sich kein Pferd leisten. (vgl. karrig)

Kääzemöhn

Kerzenverkäuferinnen (arme alte Frauen an der Kirche, waren vorher oft Dirnen)

Kabüffje

kleiner Verschlag, Abstellkämmerchen

Kadangs

Angst, Respekt

Kamell

a) Karamelle, Zuckerstück (gebrannter Zucker)

b) das Verb "kamelle" bedeutet "etwas sagen", vgl. die Redensart: "Wat häs do zo kamelle"?

Kamesol

Jacke, heute oft negativ für eine (ggf. alte) oder auffällige Jacke

Kappes (ov Kühl)

a) Kohl insbesondere Weißkohl, soore ov suure Kappes Sauerkraut, Kappesboor = Gemüsebauer

b) Kopf

c) dummes Gerede

karesseere ov karessiere (aus frz.)

streicheln, liebkosen

Karmenat

Kotelett, auch Karbonade, ursprünglich aus dem Italienischen "carbonata" auf Kohle gegrilltes Fleisch

karrig

geizig

Kasalla vun Casala

Schläge, Haue. Bis in die 70er Jahre gab es in Schulen oft eine Prügelstrafe für Schüler. Kopfüber hing man übers Lehrerpult und las das Firmenschild "Casala" vom Schulmöbelhersteller Carl Sasse Lauenau unterm Stuhl, während der Lehrer mit dem Zeigestock die Hebelgesetze anwendete. Eine gesunde Vorsichtsmaßnahme war die zu meiner Schulzeit moderne Lederhose.

Kaschöttche

Arrestzelle, Gefängnis

Käu

Unsinn, dummes Geschwätz

Klävbotz

wörtlich Klebhose, jemand, der an der Theke oder beim Feiern bis zum Schluss bleibt. Als Klävbotze bezeichnet sich auch ein kleiner und erfolgreicher Laufverein.

Klatschkis

Quark

Klüngel auch Kölner Klüngel

Knäuel, (von dem alten Wort: klungelin) geheime Machenschaft - Vetternwirtschaft, Positiv: Nutzen von kurzen Dienstwegen zum Wohl der Allgemeinheit. Häufiger negativ, e. g. im Sinne von Postenvergaben, die zu Lasten der Allgemeinheit (Steuerzahler) gehen. Die Sprachanekdote aus dem Französischen "clin d`oeuil" also Augenzwinkern wird häufig erzählt, ist aber sprachlich falsch. In der kommunalen Politik und Verwaltung ist der Kölner Klüngel fest verankert. 

Klut

a) ursprünglich einfacher Hafenarbeiter mit schwarzem Klutenhut und Halstuch

b) rücksichtsloser Mensch

Klütte

Briketts (gepresste Braunkohle), einmal in der Woche kam der "Klüttemann" oder "Klütteboor"

Knollendorf

fiktiver ländlicher Vorort von Köln im Hänneschen Theater, auch Verballhornung von Köln. Bewohner Johannes Knoll (Hänneschen), abgeleitet von "Knoll" = Knolle, Rübe

kodd

a) böse, schlimm,

b) schlecht im Sinne von krank (eiternd)

Kölscher Wisch

schnelles Putzen - gut nass machen (mangelhafte Reinigung)

kötte ov Kötte gonn

betteln, sammeln von Tür zu Tür, stark bitten

Korfherring

Korbhering, junge Heringe kamen nicht in die Salzfässer, da sie zu empfindlich für die Salzkonzentration waren. In einem Korb aus Lindenbast wurden sie leicht gesalzen und getrocknet, damit waren sie begrenzt haltbar. Korbheringe waren die Vorläufer des holländischen Matjes.

Krad

a) Kröte

b) ungehobelter Mensch, Flegel

Krätzche

kleiner Kratzer, Schrämmchen, lustiger Streich bzw. Erzählung eines Streichs oft als Gesangvortrag mit rheinischem Humor

Chressdag (Kreßdaach), Chressnach ov Weihnachte

Weihnachten ursprünglich kirchliches Fest, ab Mitte des 19. Jahrhunderts Familienfest zur Geburt Christi

Kuletschbier (eigentlich Knuppbier oder Kölnisches Knupp)

Lakritzbier, umgangssprachlich für ein Malzbier dessen Farbe an Lakritz erinnert. Das Knuppbier war ein untergäriges, braunes und teures Starkbier. Die Knupp war die Würze eine Kräutermischung. Es war bis zum ersten Weltkrieg erhältlich und wurde hinter der Stadtgrenze ausgeschenkt. Der Rat hatte das Brauen von Knuppbier wegen der dadurch entstehenden "Knupperreien" (Raufereien) verboten.

Kuletschhot

a) schwarzer Helm der preußischen Schutzmänner

b) übertragen Polizist (veraltet)

Kuschteie

Kastanien, "... wo it Kuschteie briet" aus Jan un Griet von Karl Cramer

Labbes

langer pubertärer Junge, flegelhafter Junge; "Labbese" auch Name einer erfolgreichen Band aus Bergisch Gladbach

Laberdan

gesalzener Kabeljau (niederl. Wort), wird heute in Senfsoße serviert

Lällbeck

Grünschnabel, vorlauter junger Flegel

Lamäng, auch us dr Lamäng

Stegreif

Lappekess ov Bedd

Bett

Lappörche

Zusatzverdienst nach Feierabend, oft unversteuert

Lavumm

a) Tamborin (flache Handtrommel mit Schellchen)

b) Gesäß, Hintern

Limenör

Limburger Käse mit Schwarzbrot eine gute Kombination zum Kölsch, Der Stinkkäse ist heute im Brauhaus eher selten zu finden.

Livverling

Lerche (Vugel)

Löhrgass

a) Löhrgasse bis 1875 heute Aggrippastraße, hier lebten Lohgerber, einfache Handwerker

b) durch den schlechten Ruf der Straße im Volksmund: Synonym für schlechtes Benehmen

Lotterbov

Lausbube, Schelm, Schlingel, zu Streichen aufgelegter Junge

Lück

Leute

Luuschhohn, Luuschhöhnche

a) Schilfvogel

b) heimlich lauschender eigennütziger Mensch

Luhstock

gepresste Gerberlohe (gemahlene und verarbeitete Eichenrinde für die Lederherstellung), diente zum Anzünden des Ofens. Vor dem Brauhaus glimmte oft ein Luhstock in einem Eisenkorb, dieser diente zum Anzünden der Pfeifen.

luuter

immer, stets

Lut ov Lot

a) Blei

b) Bleilot

c) Gewichtseinheit (ca. 10 Gramm)

Maiblom

Flieder

maggele

handeln, Maggelei = Schwarzhandel

Malörche

Unfall, auch uneheliches Kind

Mang, Korv

Korb

mangs

a) weich, weich gekocht, gut durchgeknetet

b) zart anfühlend

mau

mittelmäßig, wenig, schlecht

Mau

Ärmel, Unterarm

Maue han ov en de Maue han = starke Arme haben, stark sein

Melote (auch Malote) (ursprünglich lateinisch)

Ortsbezeichnung "zu den Maladen" (Aussätzigen, Kranken), medizinisch: male habitus = schlechte Erscheinung, erst später wurde daraus im franz. malade = krank

Momang (aus frz.)

Moment, Augenblick

Moleste (auch Maleste)

Schwierigkeiten, Beschwerden

Möhn

ältere Dame, verbitterte Jungfrau, Möhnetrus = Kaffee

Mömmes

Popel, eingetrocknetes Nasensekret

Mömmesfresser

Geizhals, wörtlich: jemand, der sein getrocknetes Nasensekret isst

Möpp

kleiner Hund, oft "fiese Möpp" = unangenehmer Mensch

Mösch

a) Spatz bzw. Sperling (gab es früher auf dem Wallrafplatz - WDR-Sendung)

b) im übertragenen Sinne auch wertlos: Möschedreck, Möscheköttel, Mösch steht auch abfällig für äußeres weibliches Geschlechtsorgan

c) en verkaalte Mösch ist eine Frostbeule

Mostert

Senf

Muckefuck

Kaffeeersatz aus Chicoreewurzel ohne Koffein, gab es bei meiner Oma auch für Kinder. Die französische Bezeichnung "mocca faux" also falscher Mocca passt gut, ist aber sprachwissenschaftlich falsch. "Mucke" ist das Innere eines morschen Baumes, und "fuck" bedeutet faul.

Naachsüül (gesprochen mit k)

Nachteule, Nachtschwärmer, nachtaktiver Mensch

Nubbel (auch Peijass oder Zacheies)

Strohpuppe, wurde im Kölner Land nach der Kirmes verbrannt, heute auf den Karneval übertragen, wird Karnevalsdienstag theatralisch verbrannt

Nümmes

Niemand

Nüsele

Kleingeld, Geld

Ommer, plural Ömmere

Murmel, ursprünglich Tonkugel, später große Glasmurmel mit Glasfluss im Innern, auch Eisenkugeln zum Klickern. "Ömmer spille": Klickern oder Murmeln mit gekrümmten Fingern in ein Grübchen schieben, der Gewinner erhält die Murmel. Die Entfernung zum Grübchen wurde mit einem Fingerstrich im Erdreich gemacht. Das Spiel wurde noch bis in die 1980er Jahre gespielt. Eine Onlineversion existiert m. W. nicht.

ömesöns

umsonst

ov

oder

ovschüns

obwohl

Ovvenspief

Ofenrohr

Ovverstüvvje ov Heens

Gehirn, im Extremfall "besenrein"

Packaan

a) Topflappen

b) Mensch, der anpacken kann

Pänz

Kind, früher häufig negativ "verdammte Pänz", in den geburtenstarken Jahrgängen waren es viele Kinder, die auch schon mal Streiche spielten. Lateinisch "pantex" heißt der Bauch.

Parapluie ov Paraplü (aus frz.)

Regenschirm (wörtlich gegen Regen decken)

Päädswäg

langer und anstrengender Weg, wörtlich: Pferdeweg

Pattevugel

a) Windvogel oder Papierdrachen (von Papp), Pappe wird aus geklebten Papierlagen hergestellt

b) Frau, die mit bunten Bandschleifen ihre Kleidung schmückt (wie der Schwanz eines Papierdrachens)

piel

steil, Pielhau = Spitzhacke, piel op = steil auf

Pimock

a) ortsfremde Menschen, oft Saisonarbeiter aus dem Osten für die Korn- oder Rübenernte. (Herkunft ist unbekannt, Erdarbeiter aus dem Piemont waren es eher nicht)

b) Schimpfwort für erbärmlicher Mensch oder für preußische Bürokraten

Pittermännchen

a) kleines Kölschfässchen (ca. 10 bis ca. 12 Liter, da ursprünglich Holzfass), tragbares Gebinde für das Fest von Peter und Paul am 29. Juni (Namenstagsausflug).

b) Koseform für Peter

Plagge

a) Lappen, Wischtuch, abgetragenes Kleidungsstück

b) Plagge einschlage = bestürzt sein

c) Fahne (verballhornt)

Pläsier

Freude, Vergnügen

Platzjabbeck

Holzkopf aus dem MA unter der Uhr des Rathausturms, frz. "le bec" = der Schnabel, kölsch "jappen" = gähnen, beim Stundenschlag klappt das Maul auf, eventuell Symbol für die Bürgerfreiheit, Symbol nicht zu gierig zu sein (Sage von Karl dem Großen bei der Reichsaufteilung an seine Söhne). Die Zunge streckt er erst seit 1913 raus, damit der Mund besser gesehen wurde. Nachkriegs-Replik.

Plüschprumm ov Peesch

Pfirsich, wörtlich: pelzige Pflaume

Plümmo, Plumeau

Federdecke, Plumeau

plümerant

flau, schindelig

Pomeranz

a) Bitterorange (Öl für Eau de Cologne, Schalen für Melissengeist, Marmelade)

b) einfaches Mädchen vom Land oft mit roten Bäckchen wie die Bitterorange

Poosch ov Pooschdag

Ostern, "Spez op Spez un Aasch op Aasch" Spruch beim Eierkippen, dabei werden zwei Ostereier mit der Spitze oder dem Hinterteil aneinandergestoßen, Gewinner ist der, dessen Ei unbeschädigt bleibt.

poussiere ov pusseere (aus frz.)

anbandeln, liebkosen

Pötz ov Pütz

Brunnen, aus dem lateinischen "puteus"

Prumm

a) Pflaume auch für Zwetschge; Prummetaat ist im Rheinland Zwetschgenkuchen

b) Vagina

c) Prumme - gebacke! = von wegen

puddelrüh

pudelnackt, splitternackt

Puute

Kinder (veraltet)

Quallmann

Pellkartoffel

Quetsch

a) Akkordeon, Ziehharmonika

b) Zwetschge (auch fälschlich für Pflaume)

c) Presse

Rabau

a) Rabauke, Rüpel

b) Apfelsorte (auf dem Dachboden haltbare grobschalige Reinette). Äpfel über Ostern haben ihren besten Geschmack verloren.

c) die vier (später drei) Rabaue - Straßenmusiker in der Nachkriegszeit in der kölner Südstadt

Radau

Lärm, Krach (Radaubroder)

Räsong

Vernunft, "ene zo Räsong brenge"

Reuz auch Räuz

Rutenkorb, Rückentragekorb, das kölsche Verb "reuze" bedeutet schultern

Rähn

Regen, "Wann et nit rähnt, dann dröppt et" ov " Jetz han mer de Rähn"

Rievkoche

Reibekuchen

Rhingroller

Tagelöhner zum Entladen von Schiffen, einfacher Hafenarbeiter

Röggel un Röggelchen

Roggenmischbrot auch Graubrot (Sauerteig mit Milchsäurebakterien und Hefen), ein Röggelchen ist ein kleiner Röggel also ein kleines Roggenmischbrot bzw. kleines Graubrot und kein Roggenbrötchen wie oft irrtümlich bezeichnet. Ein Röggel hat meist 90 % Roggenanteil, ein Roggenbrötchen gerade einmal 50 % Quelle: Deutsches Lebensmittelbuch. Fragen Sie notfalls einen richtigen Bäcker.

Rubbedidupp

im Nu, Reitergruß, auch Schlachtruf der Ehrengarde

schääl

a) schielen, fehlsichig

b) krumm, falsch

Schääl Sigg

rechte Rheinseite, falsche Seite (wörtlich schielende Seite).

a) Der Rhein war schon bei den Römern eine Grenze und rechtsrheinisch wurden germanische Götter verehrt, der Göttervater Odin oder Wodan war einäugig schielend.

b) Treideln, d.h. Schiffziehen - nur rheinaufwärts - über einem Leinpfad meist durch Pferde war am Rhein schon im Mittelalter üblich, mehrheitlich linksrheinisch. Auch rechtsrheinisch wurde getreidelt, später trugen die Pferde einseitige Scheuklappen, um nicht von der Sonne geblendet zu werden (die Pääd sin schääl)

Schapo

Hut (veraltet) vergleiche auch "Chapeau" für Hut ab.

Schavu

Savoyer Kohl (chou de Savoie), Wirsing

Schavöttche

komisches, drolliges Hütchen, auch "Schapo" für Hut, vergleiche franz. "Chapeau" für Hut ab (Anerkennung)

Schless

Heißhunger

schlih

a) herb-säuerlich

b) stumpf i. S. von "schlih Zäng han" (nach Genuss von Schlehen oder Ananas belegte Zähne)

Schmecklecker

a) Genießer, Feinschmecker, b) Schürzenjäger

Schmier ov Schmeer

Polizei

Schmölzche

Gruppe, Verein

Schnüss bzw. schnüss schwaade

Schnauze, Mund bzw. tratschen, lange unterhalten, Schnüsse Tring = Karnevalsgesellschaft benannt nach vorlauten Dienstmagd/Köchin Katharina aus dem 19. Jahrhundert

Schorittefäger

Schornsteinfeger

Schottel ov Kump

Schüssel

Schötzeneere

Schwarzwurzeln auch Winterspargel genannt. In Salzwasser gekocht werden die Gemüsestangen mit Milch und saure Sahne angemacht. Der kölsche Name leitet sich vom spanischen "Scorzonera" ab, von hier wurde das Gemüse vor etwa 400 Jahren eingeführt.

Schruppsüffer

jemand der auf andere Kosten trinkt

Schwaadlappe

Vielredner

schwadroneere

angeben, prahlerisch reden, vergleiche auch Schwadron: als Reiter mit dem Säbel rasseln

Sibbeschröm

Kartenspiel, eine römische Sieben (VII) wird dabei bei verlorenem Spiel abgestrichen

Sigg

Seite

Suurampel ov Soorampel

Sauerampfer (roh essbar oder als Suppe)

Söster ov Schwester

Schwester

spingkse

heimlich beobachten

spintiseere ov spintisiere

nachdenken (sinnen und spinnen)

Spruut ov Sprüütche ov Poppeschavu selde Poppeköchekäppesche

Rosenkohl

Stätz

Schwanz, Schweif, "Mer treffe uns ungerm Stätz" > gemeint ist der Schweif von Reiterdenkmal auf dem Heumarkt, der ein beliebter Treffpunkt für Verliebte war.

steekum

heimlich, stiekum

stivvele

a) stapeln, ordnen, herrichten

b) mit schweren Schritten gehen, stiefeln

Tapet oder Tapeet

Tapete (aus Papier), ursprünglich wurden Teppiche als Wandbehang verwendet. Die Redensart: "Dat kütt op de Tapeet ov op et Tappet brenge" heißt zur Sprache bringen, bei Ratszimmern oder Gerichten waren die Verhandlungstische oft mit grünem Papier bezogen, daher auch die Redewendung am grünen Tisch.

tirek

direkt

tirektemang

sofort, unmittelbar

tirre gonn

abhauen, weglaufen

Tünnes un Schäl

fiktive Figuren aus dem Hännesschen Theater, widerspiegeln die kölsche Mentalität, einerseitz Tünnes (Anton) als einfacher gutmütiger humorvoller Kohlbauer, andererseits Schäl (Schielender) als schlitzohriger Geschäftsmann.

Ühm ov Ohm

Onkel von Oheim

uze (lang gesprochen)

scherzen, necken, foppen

verschnupp

a) verwöhnt, wählerrisch, b) naschhaft c) verschnupft

Weech

Mädchen

Wichsdos

Schuhcremedose, Wichsdöschensverkäufer = Schimpfwort bedeutet armer Hausierer

wigger

weiter

wupp ov wupptisch

schnelle Bewegung, schnell

Xanthipp (aus altgr.)

Xanthippe, streitsüchtige Dame. Ursprünglich das zänkische Weib von Sokrates.

Zackerment! ov Zackerlot! ov Zapperlot!

a) Sakrament

b) besonders Sackerlot! (Fluchwort oder Ausruf des Erstaunens); Lot oder Lut kommt vom Bleigewicht.

Zappes

a) Schankraum, oft im Eingangsbereich einer Brauerei oder Wirtschaft

b) Zapfbursche, Zapfer, heute auch Zapferin (scherzhaft: "Zappesine")

zick

seit

Zigaar ov Bängchenszigaar

Zigarre, teure Zigarre mit Banderole (früher für Angeber)

Zigg

Zeit

Zint ov Zinter (aus lat.)

Sankt (heilig oder Heiliger) vor Namen oder Kirchen e. g. "Zinter Kloos (klöös) ov Zint Andreas"

Zizies ov Zizieslätzsche (auch Brodwoosch)

Bratwurst, mit einem Holzstück zusammengehalten und dünn aufgerollt.

Als Quellen dienten mir persönliche Gespräche und Erfahrungen und folgende Bücher:

Das kölsche Wörterbuch, Bhatt und Herrwegen, Bachem Verlag

Der Ohm Will, Wilhelm Rädersdcheidt, Heimatverein Alt-Köln e.V.

E Stöck vum ahle Kölle, Peter Berchem, Heimatverein Alt-Köln e.V.

Kappes, Knies & Klüngel, Peter Honnen, Greven Verlag Köln

Kölner Wörterbuch, Fritz Hönig, Maternus Verlag Köln, Edition Klein

Neuer Kölnischer Sprachschatz, Adam Wrede, Greven Verlag Köln

Sprachführer Kölsch, Resch & Bungter, Band 1, Kiwi-Verlag Köln

Sprachführer Kölsch, Resch & Bungter, Band 2, Kiwi-Verlag Köln