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Kölsch Lexikon - Wörterbuch der kölschen Sprache

Hier finden Sie unser Kölschlexikon mit einer Auswahl an kölschen Wörtern und Ausdrücken mit Herkunftshinweisen sowie zugehörige Erläuterungen. Einige Wörter werden im kölschen Sprachgebrauch nur noch selten genutzt z. B. Luhstock oder Gick (auch Jick); und damit sie nicht vergessen werden, stehen sie hier im Kölsch-Wörterbuch. Wir möchten damit ein wenig dazu beitragen, die kölsche Sprache - unser Kulturgut - zu erhalten. Es ist nur eine lose Sammlung von Wörtern, meinen Großeltern und vielen Menschen aus der gleichen Generation danke ich für inspirierende Gespräche und Anregungen. Außerdem möchten wir mit Sprachirrtümern aufräumen, gerade im Kölschen wird so manche Übersetzung als Sprachanekdote ersponnen, unter anderem Wörter wie Klüngel, Fisematentchen, Muckefuck oder Fisternöll werden falsch interpretiert. Wer kennt die Übersetzung von "Karmenat" oder "Dürpel" vom Kölschen ins Deutsche? Die Schreibregeln richten sich weitestgehend nach den Regeln der "Akademie för uns kölsche Sproch". Die Aussprache unterscheidet sich von der Schreibweise, d. h. das "G" wird besonders am Anfang fast immer als "J" ausgesprochen. Der Sprachstamm ist fränkisch-ripuarisch bzw. altfränkisch. Bis zum 19. Jahrhundert wurde in Köln Altkölnisch gesprochen. Der hochdeutsche Einfluss begann bereits im Spätmittelalter und wurde dann seit Mitte der 1960er Jahre verstärkt spürbar, insbesondere da Kölsch von dieser Zeit bis fast bis in die 90er Jahre verpönt war. Das in Köln und dem nahen Umland gesprochene Kölsch ist heute eine mit hochdeutschen Wörtern abgemilderte Form der ursprünglichen kölschen Mundart, die bis in die 60er Jahre verbreitet gesprochen wurde. Erst nach der zweiten Jahrtausendwende erlebt Kölsch wieder ein größeres Interesse auch bei jüngeren Menschen. Heute wird mehr Kölsch gesungen als gesprochen. Hier finden Sie eine kompetente Übersetzungshilfe vom Kölschen ins Deutsche. Kölsch -Deutsch Übersetzungen:

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Für die Suche nach einzelnen Wörtern und Übersetzungen nutzen Sie auch gerne unsere Volltextsuche.

Für die Suche nach einzelnen Wörtern und Übersetzungen nutzen Sie auch gerne unsere Volltextsuche. 

Äädäppelsschlot

Kartoffelsalat

Aprel, "Am eeschte Aprel scheck mer ene Jeck, wo mer well"

April, "Am ersten April schickt man einen Jeck, wohin man will"

aläät

aufgeweckt, lebhaft, munter, flink

Babeljötche

Lockenwickler

Blodwoosch ov Flönz

geräucherte Blutwurst, Flönz im Rheinland meint die einfache Blutwurst, auch leicht geräucherte einfache Blutwurst bzw. wird auch generell für Blutwurst verwendet (siehe Flönz).

Böckem ov Bückem

Bückling, heiß geräucherter Hering, oft kalt gegessen oder mit einem Ei gebraten

Boor un Kölsche Boor

Bauer, der "Kölsche Bauer" als Karnevalsfigur erinnert an den Bauernstand im Mittelalter: "Hald fass am Rich, do Kölsche Boor, mag et falle, söß ov soor". Halt fest am Reich, du Kölner Bauer, mag es kommen, süß oder sauer. Der Kölner Bauer steht für die Wehrhaftigkeit und Unsterblichkeit der freien Stadt Köln, Köln war Mitglied in der Reichsbauernschaft.

Brothering

Brathering, fischer (grüner) Hering. Übrig gebliebener Fisch wurde mit Zwiebeln in einer Salz-Essig-Gewürzlake eingelegt, später gebraten und mit Bratkartoffeln serviert siehe auch "Herring"

Bützche ov Bützje

flüchtiges Küsschen auf die Wangen meist mit spitzen Lippen, Mitte des 19. Jahrhunderts war dies noch ein leichter Sittenverstoß

Courage ov Kurasch (aus frz.)

Mut, Beherztheit

Dachhas

Katze

Dätz

Kopf, aus dem franz. tête

Ditzche, auch Ditzje

Säugling, kleines Kind; die Redensart: "Fastelovend e Witzje, November e Ditzje" verwendete meine Mutter gerne. Vergleiche auch "E Fastelovendsspillche gitt e Martinsbildche". Beides bedeutet: Karneval (Februar) ein Fehltritt bedeutete in Zeiten ohne Verhütung oft zu Sankt Martin (November) Verantwortung für ein Baby.

Dollbier

obergäriges Bier versetzt mit Dollkraut - das schwarze Bilsenkraut (auch Hexenkraut genannt) führte zu Rauschzuständen, daher wurde Dollbier oft vom Rat verboten. Außerhalb der Stadt konnte der Rat nichts bestimmen, so wurde das Dollbier gern in Deutz, Nippes, Melaten und am Bayenturm genossen, bis die Leute "doll" oder "raderdoll" waren. Das Dollbier führte zu Sünden!

Dürpel

Türschwelle, Türpfahl

Explizier

Streit, Auseinandersetzung

Fangieser 

a) Fangeisen

b) schöne kölsche Umschreibung für Ehering

Fastelovend ov Fasteleer

Fastenabend (Dienstag vor Aschermittwoch), Fastnacht

Fazung

a) Fassong, Machart, Schnitt (e.g. Haarschnitt)

b) innerlich in Ordnung, zur Vernunft kommen

Fibel

Fibel, Schulbuch

Fickmüll

Fickmühle, Zwickmühle, Fangmühle (Doppelmühle beim Mühlespiel). Das Wort "Ficken" bedeutet Hin-und Herschieben.

fidel

treu, zuverlässig

Filou ov Filu (aus frz.)

Betrüger, Filou

Fisematente

Ausflüchte oder unnütze Arbeit. Die Erklärung, "visitez ma tente" (i. e. "Besuchen Sie mein Zelt") sollen französische Soldaten zu kölschen Mädchen gesagt haben, ist eine kölsche Mär. Der Ausdruck kommt aus dem lateinischen "visimetent" und meint Ausflüchte, Erfindungen oder unnützes Getue.

Fisternöll

a) Bastelei

b) heimliche Liebschaft, bedeutet aber nicht "fils à noel" bzw. Weihnachten ein Kind, das ist eine Sprachanekdote. Der Begriff kommt vom älteren Wort "vistan" und bedeutet basteln und Nöll ist der kölsche Kurzname von Arnold.

Flönz ov Blodwoosch

einfache frische Blutwurst, verbreiteter Name für Blutwurst im Rheinland von Bonn bis Düsseldorf. Der Begriff Flönz ist als geographisch geschützte Angabe (ggA) geschützt. Seit 2015 gibt es auch den Flönz Pokal für die beste kölsche Flönz 

Föttchesföhler

lüsterner Popograbscher oder Mann mit haptischen Bedürfnissen, guter Eheindikator

futü ov foutu

futsch, verloren, weg aus frz. foutu = zum Teufel!

Gabbeck ov Jabbeck

Schnabel, Gaffmaul, Gaffer

Gedöns

Getue, Lärm

Gick (auch Jick)

- beide Schreibweisen möglich, gesprochen: "Jick" - 

a) einachsiger Anhänger, kippt nach vorn oder hinten bzw. die Deichsel schlägt (fällt) nach oben oder unten.

b) umfallen, scheitern sterben; Die Redensart: "Jetz noch ene Schnaps, dann schlage ich de Gick" bedeutet umfallen, auch scheitern oder sterben.

glöcksillig

glückselig, "Glöcksillig Neujohr! Göv Godd, et wör wohr" (Glückselig Neujahr, gebe Gott, es wäre wahr")

Halfe

bewirtschaftet einen Gutshof, für sich und den Gutsherrn bleibt jeweils der halbe Ertrag. Carl Cramer textet bei Jan und Griet: "Ich well nen däft'ge Halfer han met Öhß un Köh un Pääd."

Hämmche

Hinterkeule gekocht wie Eisbein, jedoch aus dem Oberschenkel, vergleiche auch Englisch "ham". Typisches Winteressen wird meist mit Sauerkraut serviert.

Heizemännche (ohne n)

a) kleine gute Hausgeister, Wasserknechte

b) böser Kobold (Schimpfwort)

vgl. Gedicht der Heinzelmännchen zu Köln von August Kopich

Herring

Hering in den Varianten: frisch (grün) zum Braten s. auch Brathering, Salzhering (eingelegt) oder geräuchert. Wichtiges Nahrungsmittel im Mittelalter (Fastenspeise) und Handelsgut für den Kölner Stapel.

höösch

a) leise, still

b) behutsam, vorsichtig

Jeses Marja Josep auch "Jesesmarjosef"

Jesus Maria Josef - als Ausruf des Erstaunens (veraltet)

Jot ov Godd ov Götte

Patin, Taufzeugin

Kaarehungk

Zughund, bis noch ca. 1950 wurden Hunde vor oder in einen Karren gespannt, arme Leute konnten sich kein Pferd leisten. (vgl. karrig)

Kääzemöhn

Kerzenverkäuferinnen (arme alte Frauen an der Kirche, waren vorher oft Dirnen)

Kamell

a) Karamelle, Zuckerstück (gebrannter Zucker)

b) das Verb "kamelle" bedeutet "etwas sagen", vgl. die Redensart: "Wat häs do zo kamelle"?

karesseere ov karessiere (aus frz.)

streicheln, liebkosen

Karmenat

Kotelett, auch Karbonade, ursprünglich aus dem Italienischen "carbonata" auf Kohle gegrilltes Fleisch

karrig

geizig

Kasalla

Schläge, Haue. Bis in die 70er Jahre gab es in Schulen oft eine Prügelstrafe für Schüler. Kopfüber hing man übers Lehrerpult und las das Firmenschild "Casala" vom Schulmöbelhersteller Carl Sasse unterm Stuhl, während der Lehrer mit dem Zeigestock die Hebelgesetze anwendete. Eine gesunde Vorsichtsmaßnahme war die zu meiner Schulzeit moderne Lederhose.

Klävbotz

wörtlich Klebhose, jemand, der an der Theke oder beim Feiern bis zum Schluss bleibt. Als Klävbotze bezeichnet sich auch ein kleiner und erfolgreicher Laufverein.

Klatschkis

Quark

Klüngel

Knäuel, (von dem alten Wort: klungelin) geheime Machenschaft - Vetternwirtschaft, Positiv: Nutzen von kurzen Dienstwegen zum Wohl der Allgemeinheit. Häufiger negativ, e. g. im Sinne von Postenvergaben, die zu Lasten der Allgemeinheit (Steuerzahler) gehen. Die Sprachanekdote aus dem Französischen "clin d`oeuil" also Augenzwinkern wird häufig erzählt, ist aber falsch.

kodd

a) böse, schlimm,

b) schlecht im Sinne von krank (eiternd)

Korfherring

Korbhering, junge Heringe kamen nicht in die Salzfässer, da sie zu empfindlich für die Salzkonzentration waren. In einem Korb aus Lindenbast wurden sie leicht gesalzen und getrocknet, damit waren sie begrenzt haltbar. Korbheringe waren die Vorläufer des holländischen Matjes.

Krad

a) Kröte

b) ungehobelter Mensch, Flegel

Krätzche

kleiner Kratzer, Schrämmchen, lustiger Streich bzw. Erzählung eines Streichs oft als Gesangvortrag mit rheinischem Humor

Chressdag (Kreßdaach), Chressnach ov Weihnachte

Weihnachten ursprünglich kirchliches Fest, ab Mitte des 19. Jahrhunderts Familienfest zur Geburt Christi

Kuletschbier (eigentlich Knuppbier oder Kölnisches Knupp)

Lakritzbier, umgangssprachlich für ein Malzbier dessen Farbe an Lakritz erinnert. Das Knuppbier war ein untergäriges, braunes und teures Starkbier. Die Knupp war die Würze eine Kräutermischung. Es war bis zum ersten Weltkrieg erhältlich und wurde hinter der Stadtgrenze ausgeschenkt. Der Rat hatte das Brauen von Knuppbier wegen der dadurch entstehenden "Knupperreien" (Raufereien) verboten.

Kuletschhot

a) schwarzer Helm der preußischen Schutzmänner

b) übertragen Polizist (veraltet)

Labbes

langer pubertärer Junge, flegelhafter Junge

Lällbeck

Grünschnabel, vorlauter junger Flegel

Lamäng, auch us dr Lamäng

Stegreif

Lappekess ov Bedd

Bett

Lavumm

a) Tamborin (flache Handtrommel mit Schellchen)

b) Gesäß, Hintern

Löhrgass

a) Löhrgasse bis 1875 heute Aggrippastraße, hier lebten Lohgerber, einfache Handwerker

b) durch den schlechten Ruf der Straße im Volksmund: schlechtes Benehmen

Luuschhohn, Luuschhöhnche

a) Schilfvogel

b) heimlich lauschender eigennütziger Mensch

Luhstock

gepresste Gerberlohe (gemahlene und verarbeitete Eichenrinde für die Lederherstellung), diente zum Anzünden des Ofens. Vor dem Brauhaus glimmte oft ein Luhstock in einem Eisenkorb, dieser diente zum Anzünden der Pfeifen.

luuter

immer, stets

Lut ov Lot

a) Blei

b) Bleilot

c) Gewichtseinheit (ca. 10 Gramm)

Malörche

Unfall, auch uneheliches Kind

mangs

a) weich, weich gekocht, gut durchgeknetet

b) zart anfühlend

Melote (auch Malote) (ursprünglich lateinisch)

Ortsbezeichnung "zu den Maladen" (Aussätzigen, Kranken), medizinisch: male habitus = schlechte Erscheinung, erst später wurde daraus im franz. malade = krank

Momang (aus frz.)

Moment, Augenblick

Moleste (auch Maleste)

Schwierigkeiten, Beschwerden

Mömmes

Popel, eingetrocknetes Nasensekret

Mömmesfresser

Geizhals, wörtlich: jemand, der sein getrocknetes Nasensekret isst

Mösch

a) Spatz bzw. Sperling (gab es früher auf dem Wallrafplatz - WDR-Sendung)

b) im übertragenen Sinne auch wertlos: Möschedreck, Möscheköttel, Mösch steht auch abfällig für äußeres weibliches Geschlechtsorgan

Mostert

Senf

Muckefuck

Kaffeeersatz aus Chicoreewurzel ohne Koffein, gab es bei meiner Oma auch für Kinder. Die französische Bezeichnung "mocca faux" also falscher Mocca passt gut, ist aber sprachwissenschaftlich falsch. "Mucke" ist das Innere eines morschen Baumes, und "fuck" bedeutet faul.

Naachsüül

Nachteule, Nachtschwärmer, nachtaktiver Mensch

Nubbel (auch Peijass oder Zacheies)

Strohpuppe, wurde im Kölner Land nach der Kirmes verbrannt, heute auf den Karneval übertragen, wird Karnevalsdienstag theatralisch verbrannt

Nüsele

Kleingeld, Geld

Ommer, plural Ömmere

Murmel, ursprünglich Tonkugel, später große Glasmurmel mit Glasfluss im Innern, auch Eisenkugeln zum Klickern. "Ömmer spille": Klickern oder Murmeln mit gekrümmten Fingern in ein Grübchen schieben, der Gewinner erhält die Murmel. Die Entfernung zum Grübchen wurde mit einem Fingerstrich im Erdreich gemacht. Das Spiel wurde noch bis in die 1980er Jahre gespielt. Eine Onlineversion existiert m. W. nicht.

ömesöns

umsonst

Ovvenspief

Ofenrohr

Ovverstüvvje ov Heens

Gehirn, im Extremfall "besenrein"

Packaan

a) Topflappen

b) Mensch, der anpacken kann

Pänz

Kind, früher häufig negativ "verdammte Pänz", in den geburtenstarken Jahrgängen waren es viele Kinder, die auch schon mal Streiche spielten. Lateinisch "pantex" heißt der Bauch.

Parapluie ov Paraplü (aus frz.)

Regenschirm (wörtlich gegen Regen decken)

Päädswäg

langer und anstrengender Weg, wörtlich: Pferdeweg

Pattevugel

a) Windvogel oder Papierdrachen (von Papp), Pappe wird aus geklebten Papierlagen hergestellt

b) Frau, die mit bunten Bandschleifen ihre Kleidung schmückt (wie der Schwanz eines Papierdrachens)

Pimock

a) ortsfremde Menschen, oft Saisonarbeiter aus dem Osten für die Korn- oder Rübenernte. (Herkunft ist unbekannt, Erdarbeiter aus dem Piemont waren es eher nicht)

b) Schimpfwort für erbärmlicher Mensch oder für preußische Bürokraten

Pittermännchen

a) kleines Kölschfässchen (ca. 10 bis ca. 12 Liter, da ursprünglich Holzfass), tragbares Gebinde für das Fest von Peter und Paul am 29. Juni (Namenstagsausflug).

b) Koseform für Peter

Plagge

a) Wischtuch, Placken, Lappen, abgetragenes Kleidungsstück

b) Plagge einschlage = bestürzt sein 

Pläsier

Freude, Vergnügen

Plüschprumm ov Peesch

Pfirsich, wörtlich: pelzige Pflaume

Plümmo, Plumeau

Federdecke, Plumeau

plümerant

flau, schindelig

Pomeranz

a) Bitterorange (kleiner als Orange)

b) auch Mädchen vom Land mit roten Bäckchen wie die Bitterorange

Poosch ov Pooschdag

Ostern, "Spez op Spez un Aasch op Aasch" Spruch beim Eierkippen, dabei werden zwei Ostereier mit der Spitze oder dem Hinterteil aneinandergestoßen, Gewinner ist der, dessen Ei unbeschädigt bleibt.

poussiere ov pusseere (aus frz.)

anbandeln, liebkosen

Pütz

Brunnen, aus dem lateinischen "puteus"

Rabau

a) Rabauke, Rüpel

b) Apfelsorte (auf dem Dachboden haltbare grobschalige Reinette). Äpfel über Ostern haben ihren besten Geschmack verloren.

c) die vier (später drei) Rabaue - Straßenmusiker in der Nachkriegszeit in der kölner Südstadt

Reuz auch Räuz

Rutenkorb, Rückentragekorb, das kölsche Verb "reuze" bedeutet schultern

Rievkoche

Reibekuchen

Rubbedidupp

im Nu, Reitergruß, auch Schlachtruf der Ehrengarde

schääl

a) schielen, fehlsichig

b) krumm, falsch

Schapo

Hut (veraltet) vergleiche auch "Chapeau" für Hut ab.

Schavu

Savoyer Kohl (chou de Savoie), Wirsing, 

Schavöttche

komisches, drolliges Hütchen, auch "Schapo" für Hut, vergleiche franz. "Chapeau" für Hut ab (Anerkennung)

Schless

Heißhunger

schlih

a) herb-säuerlich

b) stumpf i. S. von "schlih Zäng" (nach Genuss von Schlehen oder Ananas belegte Zähne)

Schmier

Polizei

Schmölzche

Gruppe, Verein

Schorittefäger

Schornsteinfeger

Schottel ov Kump

Schüssel

Schötzeneere

Schwarzwurzeln auch Winterspargel genannt. In Salzwasser gekocht werden die Gemüsestangen mit Milch und saure Sahne angemacht. Der kölsche Name leitet sich vom spanischen "Scorzonera" ab, von hier wurde das Gemüse vor etwa 400 Jahren eingeführt.

Schruppsüffer

jemand der auf andere Kosten trinkt

Schwaadlappe

Vielredner

schwadroneere

angeben, prahlerisch reden, vergleiche auch Schwadron: als Reiter mit dem Säbel rasseln

Sibbeschröm

Kartenspiel, eine römische Sieben (VII) wird dabei bei verlorenem Spiel abgestrichen

Söster ov Schwester

Schwester

spingkse

heimlich beobachten

spintiseere ov spintisiere

nachdenken (sinnen und spinnen)

stivvele

a) stapeln, ordnen, herrichten

b) mit schweren Schritten gehen, stiefeln

Tapet oder Tapeet

Tapete (aus Papier), ursprünglich wurden Teppiche als Wandbehang verwendet. Die Redensart: "Dat kütt op de Tapeet ov op et Tappet brenge" heißt zur Sprache bringen, bei Ratszimmern oder Gerichten waren die Verhandlungstische oft mit grünem Papier bezogen, daher auch die Redewendung am grünen Tisch.

tirre gonn

abhauen, weglaufen

Tünnes un Schäl

fiktive Figuren aus dem Hännesschen Theater, widerspiegeln die kölsche Mentalität, einerseitz Tünnes (Anton) als einfacher gutmütiger humorvoller Kohlbauer, andererseits Schäl (Schielender) als schlitzohriger Geschäftsmann.

Weech

Mädchen

wigger

weiter

wupp ov wupptisch

schnelle Bewegung, schnell

Zackerment! ov Zackerlot! ov Zapperlot!

a) Sakrament

b) besonders Sackerlot! (Fluchwort oder Ausruf des Erstauenens); Lot oder Lut kommt vom Bleigewicht.

Zappes

a) Schankraum, oft im Eingangsbereich einer Brauerei oder Wirtschaft

b) Zapfbursche, Zapfer, heute auch Zapferin (scherzhaft: "Zappesine")

Zigaar ov Bängchenszigaar

Zigarre, Zigarre mit Banderole (früher für Angeber)

Zint ov Zinter (aus lat.)

Sankt (heilig oder Heiliger) vor Namen oder Kirchen e. g. "Zinter Kloos (klöös) ov Zint Andreas"

Zizies ov Zizieslätzsche (auch Brodwoosch)

Bratwurst, mit einem Holzstück zusammengehalten und dünn aufgerollt.

.Als Quellen dienten mir persönliche Erfahrungen und folgende Bücher:

Das kölsche Wörterbuch, Bhatt und Herrwegen, Bachem Verlag

Der Ohm Will, Wilhelm Rädersdcheidt, Heimatverein Alt-Köln e.V.

E Stöck vum ale Kölle, Peter Berchem, Heimatverein Alt-Köln e.V.

Kappes, Knies & Klüngel, Peter Honnen, Greven Verlag Köln

Kölner Wörterbuch, Fritz Hönig, Maternus Verlag Köln, Edition Klein

Neuer Kölnischer Sprachschatz, Adam Wrede, Greven Verlag Köln

Sprachführer Kölsch, Resch & Bungter, Band 1, Kiwi-Verlag Köln

Sprachführer Kölsch, Resch & Bungter, Band 2, Kiwi-Verlag Köln