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Warum ist der Kölner Dom so schwarz?

schwarze Domfassade

Ist der Kölner Dom schmutzig? Warum hat der Kölner Dom so eine schwarze Farbe?

Mehr als 40 verschiedene Gesteinsarten machen den Kölner Dom steinreich, aber die letzten 600 Jahre haben diesen Steinen arg zugesetzt. Der Kölner Dom ist nicht nur schmutzig, er litt auch bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts unter der Luftverschmutzung. Besonders der ursprüngliche helle Sandstein wird durch eine chemische Reaktion zersetzt und färbt sich grau bis dunkelbraun. Die im sauren Regen enthaltene Schwefelsäure wandelt die Mineralien chemisch um. Im 19. Jahrhundert trug noch der schwefelhaltige Rauch der Dampflokomotiven des benachbarten Bahnhofs dazu bei.

Die Luft in Köln hat sich mittlerweile gebessert. Der Dom ist allerdings auch ein Kleinbiotop, in dem viele Mikroorganismen, Bakterien, Algen, Moose etc. leben. Ursprünglich war der Dom heller, heute färben zusätzlich die Pflanzen das Domgestein durch eine Patina aus Mikroorganismen dunkelbraun. Betrachtet man den Dom also einmal aus nächster Nähe, kann man erkennen, dass dieser gar nicht schwarz, sondern eher grau und braun ist.

Die Figuren und Verzierungen werden schonend mit Laserlicht vom abgelagerten Schmutz gereinigt, dieser verdampft und wird abgesaugt. Durch das Reflektionsprinzip entsteht nur wenig höhere Temperatur an den Steinen, dadurch werden sie geschont. Erst nach der Reinigung wird ein Austausch des Materials geprüft.

Vom 13. bis zum 16. Jahrhundert verwendete man hauptsächlich hellen Trachyt vom nahgelegenen Drachenfels. Die tonnenschweren Gesteinsbrocken ließen sich einfach über den Abhang des Bergs zum Rhein bringen, von dort ließ sich das Material relativ leicht von Königswinter nach Köln verschiffen.

Hier gibt es mehr zur Kölner Dom Führung.

Günther Klein Dipl.-Ing., Dipl.-Wirt.-Ing.