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Karnevalstour durch Köln - die fünfte Jahreszeit

Alljährlich am 11. November setzt in Köln die übliche Zeitrechnung aus und die fünfte Jahreszeit bricht an: Mit der Sessionseröffnung um 11.11 Uhr beginnt der Karneval und gängige Regeln und Konventionen werden - mit einer Unterbrechung in der Weihnachtszeit - bis zum Aschermittwoch außer Kraft gesetzt. Karneval ist das Fest der Sehnsüchte, in der Phantasie ist alles möglich. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Eröffnung des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht und der Rosenmontagszug, der jährlich hunderttausende Besucher aus der ganzen Welt in die Domstadt lockt. Fantasievoll verkleidete Narren bestimmen das Stadtbild und ganz Köln schunkelt und singt in feuchtfröhlicher Feierstimmung, die traditionell am Aschermittwoch ihr Ende findet.

Bei dieser einzigartigen Karnevalsführung erfahren Sie auf unterhaltsame Weise die Herkunft und Bedeutung der rheinischen Karnevalsbräuche und lernen die wichtigsten Traditionen dieser Festlichkeiten kennen – natürlich mit einem echten kölschen Jeck. Sie hören spannende und amüsante Geschichten von den Ursprüngen der Feierlichkeiten und besuchen Orte, an denen Karnevalsgeschichte geschrieben wurde. Lernen Sie das Kölner Dreigestirn kennen und hören, warum die Kölner Jungfrau immer noch ein Mann ist. Auch das Funkenmariechen war einst ein Mann, heute ist ihr wichtigstes Utensil ein Schaschlikspieß. Warum? Das erfahren sie bei unserer Karnevalstour. Erfahren Sie die Bedeutung von Geisterzug und Stunksitzung und warum Sie besser die Finger von der kalten Ente lassen, und wo Sie bei einer Karnevalssitzung auch Kölsch trinken können.

Jedes Jahr steht der Kölner Karneval unter einem besonderen Motto. Das aktuelle Karnevalsmotto für die Session 2019 lautet: "Uns Sproch es Heimat". Sicher ist das nicht nur aufs Tanzen beschränkt - schauen wir mal. 2016 lautete das Motto: "Mer stelle alles op der Kopp". Es war eine Einladung, sich selbst zu hinterfragen oder etwas Neues anzufangen. 2017 lautete das Motto: "Wenn mer uns Pänz sinn, sin mer vun de Söck", d.h. Wenn wir unsere Kinder sehen, sind wir von den Socken, in dieser Saison standen die Kinder im Mittelpunkt. 2018 sind wir dann aus der Reihe getanzt.

Bitte beachten sie auch unser Karnevalslexikon weiter unten auf der Seite.

Jupp Schmitz
Karnevalsgruppe bunt
Holzfigur Ehrengard
Drei Karnevalsjecke

PREISBEISPIELE UND INFOS KARNEVALSTOUR:

Sicher ist, dass Sie nach diesem Rundgang hervorragend vorbereitet sind auf die närrischen Tage und sich unbesorgt ins Getümmel stürzen können – schließlich sind Sie bestens vertraut mit den heimischen Karnevalsbräuchen und dem Karnevalsknigge.

Die Karnevalsführung dauert ca. 1,5 Stunden.

Preisbeispiele Gruppen (mit Wunschtermin):

  • 12 Personen 160 €
  • 25 Personen 195 €

Preis öffentliche Führung (nur saisonal):

  • 12 € / 8 € ermäßigt pro Person
  • Kinder bis 12 Jahre in Begleitung der Eltern sind frei.

Alle Preise sind Endpreise, das heißt die gesetzliche Mehrwertsteuer ist bereits enthalten. Bitte beachten Sie, dass diese Karnevalstour hauptsächlich saisonal während der fünften Jahreszeit verfügbar ist.

Karneval op Kölsch – ein kölsches Fest, nicht nur für Kölner!

Dreimal „Kölle Alaaf“! Wenn dieser Schlachtruf, der „Hoch lebe Köln“ bedeutet, jedes Jahr aufs Neue am 11.11. um 11:11 Uhr zu hören ist, setzt in Köln die übliche Zeitrechnung aus und die fünfte Jahreszeit bricht an. Zur Weihnachtszeit gibt es eine kurze Unterbrechung des Sitzungskarnevals, denn auch die Jecken genießen die besinnliche Adventszeit.

Entstanden ist der Karneval im Mittelalter, im 13. Jahrhundert, als sich das Christentum im Rheinland zur Hauptreligion mit vielen strengen Regeln entwickelt hatte. Aber ein ganzes Leben voller Vernunft und Gehorsam ist anstrengend. Deshalb braucht man eine Auszeit, und mit der Sessionseröffnung werden diese Konventionen außer Kraft gesetzt. In Köln spielt man dann verrückt und wird „jeck“. Der Beginn des Karnevals hängt mit dem Osterfest zusammen: Genau 40 Tage vor Ostern endet mit dem Aschermittwoch die Karnevalssession. Da Ostern nach dem ersten Vollmond im Frühjahr gefeiert wird, hat der Karneval kein fixes Datum. Der Aschermittwoch läutet dann die 40-tägige Fastenzeit ein, dabei werden Sonn- und Feiertage ausgenommen. In Köln wurde die Fastnacht zum ersten Mal 1341 schriftlich erwähnt.

Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Eröffnung des Kölner Straßenkarnevals an Weiberfastnacht um 11:11 Uhr auf dem Alter Markt. Hinzu kommt der Rosenmontagszug, der jährlich hunderttausende Besucher aus der ganzen Welt in die Domstadt lockt. Phantasievoll verkleidete Narren bestimmen das Stadtbild und ganz Köln schunkelt und singt in feuchtfröhlicher Feierstimmung. Um Mitternacht am Karnevalsdienstag wird der berühmte „Nubbel“ verbrannt – eine als Mensch verkleidete Strohpuppe. Symbolträchtig muss er dabei stellvertretend für das sündige Leben der Jecken büßen. Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei und das normale Leben hält wieder Einzug in Köln. Traditionell wird am Aschermittwoch in geselliger Runde Fisch mit Butter gegessen und dazu Kölsch getrunken – alles klassische Fastenspeisen.

Jedes Jahr steht der Kölner Karneval unter einem besonderen Motto. Das Karnevalsmotto für die Session 2016 lautete: "Mer stelle alles op der Kopp", wörtlich: Wir stellen alles auf den Kopf. Es ist eine Einladung, sich selbst zu hinterfragen oder etwas Neues anzufangen. Für 2017 stehen die Kinder im Mittelpunkt: "Wenn mer uns Pänz sinn, sin mer vun de Söck", d.h. Wenn wir unsere Kinder sehen, sind wir von den Socken.

Kölsche Traditionen im Karneval

Ursprünglich waren die Festkomitees reine Herrengesellschaften. Heute sind es neben den neun Traditionskorps auch viele Familiengesellschaften. Mittlerweile gibt es auch reine Damen- und Schwulengesellschaften. Die Gesellschaften pflegen Kölsches Brauchtum und die kölsche Sprache. Elf Personen, die meist zum Vorstand gehören, bilden in einer Karnevalsgesellschaft den Elferrat. Während einer Sitzung unterstützen sie den Präsidenten. Heute stehen die Sitzungsredner lieber frei auf den Bühnen, während früher die „Bütt“, eine Art Rednerkanzel, Tradition war. Prinz, Bauer und Jungfrau bilden seit 1883 eine symbolische Einheit als Kölner Dreigestirn. Aus dem früheren König oder „Held Carneval“ wurde 1871 der Prinz Karneval, der im Mittelpunkt des Volksfestes steht, seine Pritsche steht als Symbol der Herrschaft und ist Gegenstück zum Zepter. Der Bauer steht metaphorisch für die Mitgliedschaft von Köln in der Reichsbauernschaft im Mittelalter. Bei der Proklamation erhält er symbolisch vom Oberbürgermeister den Stadtschlüssel, mit Schild und Dreschflegel steht er für die Wehrhaftigkeit der Stadt. Die kölsche Jungfrau verkörpert die freie Stadt Köln, die immer unabhängig war und keiner fremden Macht unterworfen wurde, ihr Spiegel symbolisiert die Schönheit der Stadt, die Mauerkrone die Unverletzlichkeit. Auch ihre Rolle wird traditionsgemäß von einem Mann übernommen, da ursprünglich die Karnevalsvereine reine Herrengesellschaften waren. Auch heute noch sind die neun Traditionskorps reine Männervereine. Zum offiziellen Karneval zählen natürlich auch viele Familiengesellschaften. Die Vereinskultur hat neben der Brauchtumspflege und der Jugendförderung auch häufig einen starken sozialen Charakter.

Im Kölner Karneval wird natürlich auch jebützt, ob man sich kennt oder nicht. Ein „Bützje“ ist ein freundschaftliches Küsschen mit gespitzten Lippen auf die Wange.

Ob jung oder alt, in Köln kommt während der Session jede Generation auf verschiedenste Weise auf ihre Kosten. Im offiziellen wie auch im unorganisierten Karneval gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten:

In der Stunksitzung richtet ein Ensemble von verschiedenen Künstlern seit 1984 seinen kabarettistischen Blick auf das aktuelle Tagesgeschehen, die Stadt Köln, die Kirche und auch auf den offiziellen Karneval. Dies führte fast alljährlich zum Protest und einmal sogar zu einem Gerichtsbeschluss.

Wenn Sie den Ausruf „Kölle Aloha“ hören, dann befinden Sie sich auf der Rosa-Sitzung. Die kabarettistische Schwulen- und Lesbensitzung, die durch Hella von Sinnen und Georg Uecker bekannt wurde, findet im Gloria Theater statt. Auch Heteros sind herzlich willkommen.

Neben den großen Sitzungen im Gürzenich, Sartory oder Maritim finden noch viele weitere alternative Veranstaltungen statt, wie z. B. Fatal Banal, Deine Sitzung, die Sitzungen der leisen Töne, Kneipensitzungen, Nostalgiesitzungen, Kindersitzungen etc.

Gemäß dem Motto der Bläck Fööss „Drink doch eine met“ lässt sich während des Kölner Karnevals auch die ein oder andere neue Freundschaft schließen. 

Unsere Tipps, damit sie die Karnevalszeit in allen Zügen genießen können:

  • seien Sie so früh wie möglich da
  • vermeiden Sie es Wertsachen mitzunehmen
  • selbstgestaltete Fantasiekostüme sind optimal
  • bedenken Sie bei der Wahl des Kostüms auch, dass es draußen zwar noch Winter ist, in den Lokalitäten aber tropische Temperaturen herrschen
  • lassen Sie sich von einem erfahrenen Karnevalisten oder Kölner begleiten
  • geben Sie auch mal einen aus

Günther Klein, Köln im Januar 2016

Nachtrag: Reine Damengesellschaften sind auf dem Vormarsch e.g. die Columbina Colonia, die Schmuckstückchen, De kölsche Madämche, Foyer, Goldmarie etc. Wir warten auf das erste reine Damendreigestirn, es kann noch dauern, aber es wird eines Tages kommen.

 

 

Wieviel Umsatz bringt der Kölner Karneval und was kostet er?

Karneval in Köln bedeutet jährlich etwa 500 Millionen € Umsatz: Für Kostüme werden alleine ca. 90 Millionen ausgegeben. Die gastronomischen Betriebe bewirten ca. 1 Million Besucher, die natürlich auch die Sitzungen und Bälle besuchen. Auch der öffentliche Nahverkehr, Taxen und Fluggesellschaften sowie Hotelbetriebe profitieren vom Kölner Karneval. Zur Karnevalszeit schnellen sogar die Friseurbesuche hoch. Die Stadt profitiert von der Gewerbesteuer (Schätzung: ca. 4,5 Millionen), wobei auch ca. 2 Millionen für Sauberkeit und Sicherheit im Straßenkarneval als Zuschuss wieder verschwinden. Die Ausgaben für Sicherheit werden in Zukunft voraussichtlich höher sein. Hinzuzufügen ist noch, dass sich viele Kölner im Karneval ehrenamtlich engagieren und das der Rosenmontagszug in Köln frei von Werbung ist.

Karnevalslexikon

Hier finden Sie ein Karnevalslexikon mit Erläuterungen zu den wichtigsten Begriffen aus dem Kölner Karneval. Das Lexikon ist bei weitem nicht vollständig, liefert jedoch einen guten Überblick über Worte, Formulierungen und Ausdrücke, die eng mit dem rheinischen und Kölner Karneval verbunden sind.

Alaaf: von all-aff (kölsch) bzw. all ab, dies bedeutet alle Konzentration auf Köln, Alaaf ist der Narrenruf zur Begrüßung und dient zur Kommunikation mit dem Publikum bei den Sitzungen. Der Begriff "Allaf" ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt, der Trinkspruch auf einem Krug "Allaf fur einen goden druinck" heißt so viel wie " Nichts geht über einen guten Trunk".

Bütt: Rednerpult in Form eines Fasses oder Waschbütte. Im Schutz der Bütte durfte die Obrigkeit ironisch humorvoll kritisiert werden, hier kann schmutzige Wäsche gewaschen werden.

Büttenrede: Hurmorvolle Rede auf Kölsch, ursprünglich in Reimform

Bützje: flüchtiges Küsschen auf die Wangen mit spitzen Lippen

Carne vale bzw. carne levare: Fleisch weglassen, Start der österlichen Fastenzeit (Aschermittwoch)

Carneval ov Karneval: Begriff seit Ende des 18. Jaharhunderts für Karneval abgeleitet aus dem Lateinischen Carne vale bzw. carne levare

Divertissementche: Opernparodie auf Kölsch, theatralisch vom Kölner Männer Gesangverein Cäcilia Wolkenburg interpretiert und dargeboten

Elf: Jecke Zahl als Narrensymbol, heidnische Zahl vorbei an den zehn Geboten und den zwölf Aposteln. Start der Karnevalsaison am 11. im 11. um 11:11 Uhr und Elferrat

Elferrat: Gruppe, meist aus elf Personen (ursprünglich neun, intern können es auch mehr als elf Personen sein), die in Karnevalsgesellschaften organisatorische Aufgaben übernehmen und bei Sitzungen links und rechts vom Präsidenten sitzen. Oft sitzen die Vorstandsmitglieder eines Karnevalsvereins im Elferrat, verdiente Vereinsmitglieder oder prominente Bürger können auch im Elferrat sitzen.

Elfte im Elften: Karnevalsbeginn, seit Anfang der 1960er Jahre, ursprünglich Möglichkeit für die Karnevalsbands, ihre neuen Lieder vor Publikum zu präsentieren, daher ist die Hauptbühne noch umsonst, Eröffnung durch die Willi Ostermann Gesellschaft.

Fastelovend: Fastabend vor Aschermittwoch, Begriff ist seit dem Mittelalter im Rheinland bekannt

Fasteleer: Karnevalsdienstag bzw. der Zyklus von Weiberfastnacht bis Karnevalsdienstag

Funk: historisch trugen die Kölner Stadtsoldaten einen roten Waffenrock, der im Dunkeln wie ein Feuerfunke leuchtete. Ein Funk ist ein uniformierter Akteur im Karneval, der das preußische Militär persifliert. Beim Traditionskorps gilt die Maxime: Einmal Funk immer Funk.

Funkenmariechen auch Tanzmariechen: Junges sportliches Mädchen mit Dreispitz, Uniformjacke, kurzem Rock und Spitzenhöschen zeigt akrobatische Tanzeinlagen. Historisches Vorbild waren die Marketenderinnen, die im 17. und 18. Jahrhundert Soldaten begleiteten und dabei Kochen und andere Dienstleistungen anboten. Bis ca. 1930 wurde die Tänzerrolle nur von Männern besetzt. Heute gehört ein männlicher, ebenfalls sportlicher, Tanzoffizier zum Mariechen.

Funkenbiwak: Karnevalsveranstaltung der Roten Funken am Karnevalssamstag auf dem Neumarkt mit Erbsensuppe und Kölsch und Karnevalsprogramm. Die Freilandsitzung kostet keinen Eintritt, damit jeder sich Karneval leisten kann.

Hofburg: Anfang Januar ziehen das Dreigestirn, Prinzenführer, Chef de Equipe und drei Adjutanten in ihr Domizil mit acht Zimmern ein Hotel an der Helenenstraße (heute Pullmann Cologne). Es wird standesgemäß geflaggt (Ehrengarde, Prinzengarde und Festkommitee).

Jeck oder Karnevalsjeck: ein Narr im Rheinland hat eine positive Einstellung zum Humor, er lässt auch mal eine Fünf gerade sein. Im Karneval ist fast jeder ein Jeck und damit positiv verrückt. Ein "halve Jeck" ist eher ein Schimpfwort.

Kaschöttche: ursprünglich Arrestzelle heute Nottoilette im Rosenmontagszug.

Kamelle: ursprünglich Karamellbonbons (gebrannter Zucker), heute Süßigkeiten als Wurfmaterial beim Karnevalsumzug

Kamellebüggel: Beutel für Wurfmaterial

Knabüs: wörtlich Knallbüchse, ein Holzgewehr der roten Funken mit Blumen am Ende des Laufs. Die Blumen signalisieren friedliche Absichten. Historisch haben die Kölner Stadtsoldaten; d.h. die Funken, angeblich nie wirklich geschossen. Früher war die Knabüs auch aus Holunderholz selbst gefertigtes Jungenspielzeug.

Krätzche ov Krätzje: a) lustige Erzählung, lustiges Lied; b) Karnevalsmütze, Karnevalsschiffgen

Literat: bei Karnevalssitzungen organisiert er die Büttenredner, Musiker und Tanzgruppen. Der Literat plant die Reihenfolge, in der die Künstler bei der Sitzung auftreten.

Muuze ov Muuzemandel: Mürbeteig in Mandelform in Fett gebacken, Karnevalsgebäck im Rheinland

Nubbel: Strohpuppe, die als Sündenbock zum Karnevalsende theatralisch verbrannt wird (Ursprung Kirmes auf dem Land). 

Orden: Auszeichnung für die Karnevalskünstler, ursprünglich als Persiflage auf die militärische Ordensvergabe gedacht. Orden werden jährlich künstlerisch gestaltet und sind eine individuelle Erinnerung an die jeweilige Karnevalsaison

Plaggeköpp: Fahnen- und Standartenträger gehen oft voran (daher Köpp), e.g. bei der Proklamation

Prinzenproklamation: Das Dreigestirn wird offiziell ins Amt gehoben, dabei überreicht der Oberbürgermeister/in die Insignien: Prinzenpritsche, Schlüssel für den Bauer und Spiegel für die Jungfrau. Diese Sitzung zur Machtübernahme des Karnevals ist im Januar im Gürzenich, früher mit Abendgarderobe, auch heute gibt es noch viel Prominenz.

Puute-Kaschöttche: abgesicherte Bereiche für Kinder mit Beeinträchtigungen oder aus sozialen Einrichtungen entlang des Zugwegs mit Toilette und ohne Gedränge

Rosenmontag: leitet sich vom Rosensonntag Lätare ab, mit einer goldenen Rose erinnert der Papst an die Passion Christi. Rosenmontag ist der Höhepunkt des Straßenkarnevals, der Rosenmontagszug geht. Vergleiche Kölsch "Rus" (Rose) und nicht "rose" (rasen), d.h. es leitet sich von Rose ab und nicht von rasen! Die Begriffe Tulpensonntag, Nelkensamstag oder Veilchendienstag sind ebenfalls karnevalistische Ableitungen vom Rosensonntag.

Schunkeln: Brauch im Karneval, dabei schaukelt man nebeneinander eingehakt rhythmisch zur Musik seitwärts hin und her.

Session: Karnevalszeit vom 11. 11. bis Aschermittwoch mit Weihnachtspause vom 1. Advent bis zum 6. Januar, heute meist bis 2. Januar.

Stippeföttche: Funkentanz, paarweise Rücken an Rücken mit vorgehaltenem Gewehr (Knabüs) wird rhythmisch das Gesäß bewegt, das wird auch "wibbele" genannt.

Tanzmariechen (siehe Funkenmariechen): Name außerhalb der Funken 

Traditionskorps: Ehrentitel vom Festkomitee, es gibt neun Traditionskorps: Rote Funken, Blaue Funken, Ehrengarde, Nippeser Bürgerwehr, Bürgergarde, Prinzengarde, Altstädter, Treuer Husar und Reiterkorps Jan von Werth (Namen vereinfacht).

Trifolium: wörtlich Dreibaltt (Klee), anderer Name für das Dreigestirn

Tusch: musikalisches Stilinstrument (Blechbläser) bei Sitzungen, markiert die Pointe eines Witzes oder zeigt den Zeitpunkt fürs Applaudieren an oder lenkt die Aufmerksamkeit auf die Bühne. Heute wird beim Tusch häufig auch ein bekannter Refrain gespielt, hier singen dann die Zuschauer mit.

Weiberfastnacht: Eröffnung des Straßenkarnevals durch die Altstädter. Dabei übernehmen die Frauen symbolisch die Macht. Ursprünge liegen bei den Marktweibern, die sich mit Kohlköpfen bewarfen und sich dabei die Haube vom Kopf rissen (Mötzenbestot). Weiber ist ein historischer Begriff für Frauen (auch in der Kirche) und wurde nicht als Beleidigung aufgefasst.

Wibbele: Rhythmische Gesäßbewegungen e.g. beim "Stippeföttche"

Woosch: als Ersatzorden gibt es eine Flönz im Hänneschen Theater: "Herr Präsident, de Woosch". Die "Woosch" wird dann wieder abgenommen, da es nur eine gibt, und diese auch für den nächsten Künstler gebraucht wird.

Zabel: Säbel, meist Holzsäbel, Griff und Spitze sind aus Messing, die Spitze ist entsprechend dem deutschen Waffengesetz entgratet.

Zillche: nette Abkürzung für Cäcilia Wolkenburg den Kölner Männer Gesangverein (KMGV). Siehe auch Divertissementchen.