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Wann war das letzte Hochwasser in Köln? Rheinpegel in Köln

Turm mit Pegelstand Rhein
Absperrungen Hochwasserschutz

Kölner Hochwasserschutzkonzept und Rheinpegel Köln

Im April 1983 stand die Altstadt unter Wasser. Nach diesem verheerenden Hochwasser schaffte Köln als erste Stadt in Deutschland mobile Spundwände an, die bis zu einem Pegelstand von 10,00 m Kölner Pegel die Altstadt schützen sollten. Die Katastrophen von 1993 und 1995 mit einem Kölner Pegelstand von 10,62 m (23. Dezember) und 10,69 m (30. Januar) verursachten einen Hochwasserschaden von ca. 85 Millionen Euro.

Ab wann spricht man von Hochwasser in Köln? Bereits am 4,50 m Kölner Pegel werden Schieber geschlossen, um das Eindringen von Wasser in die Kanalisation zu verhindern. Bei Bedarf werden zusätzlich Hochwasserpumpsysteme aktiviert. Ab 8,30 m wird die Schifffahrt komplett eingestellt. 

Aus den Jahrhunderthochwassern von 1993 und 1995 resultierte 1996 ein verbessertes Hochwasserschutzkonzept mit einer neuen höheren mobilen Schutzwand mit mehr Retentionsraum, die die Kölner Altstadt bis 11,30 m Kölner Pegel schützt. Die Hochwasserwände sind dicht, dies wird durch Vertikalsperren, Gummierung und Federn unterstützt. Die Mauer kann bei Bedarf in weniger als zwei Tagen vollständig aufgebaut werden. Jährlich findet eine Übung statt, Feuerwehr, THW und Stadtentwässerungsbetriebe sowie ggf. auch Reservisten der Bundeswehr arbeiten Hand in Hand. Zusätzlich lagern auch noch 30.000 gefüllte Sandsäcke in den Depots der Stadtentwässerungsbetriebe. Bei Bedarf kann diese Zahl auch noch aufgestockt werden. Ab einem gewissen Pegelstand werden diese Sandsäcke an festgelegten Ausgabestellen Privatbürgern zur Verfügung gestellt. Dazu kommen zwölf Hochwasserpumpwerke und zahlreiche Schieber, die das Kanalnetz vom Rhein trennen, damit nicht Keller oder tief gelegene Stadtteile unterirdisch volllaufen. Retentionsbecken wie in Porz-Langel fassen 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser und können den Rheinpegel in Köln um bis zu 5 cm absenken. Ein größeres Retentionsbecken liegt im Worringer Bruch, hier passen 30 Millionen Kubikmeter Wasser rein, und es kann den Kölner Norden um bis zu 17 cm entlasten. Der Rheinufertunnel wird bei extremen Hochwasser gesperrt, verirrte Fische werden im Tunnel mit Keschern gerettet.

Im Sommer 1342 kam es zu heftigen Niederschlägen, der Rhein stieg an, angeblich sind damals die Kölner sogar über die Stadtmauer gepaddelt. Am 28. Februar 1784 gab es das höchste jemals gemessene Hochwasser von Köln mit einem Rekordpegel von 13,55 m (umgerechnet nach heutigem Kölner Pegel). Der Rhein war größtenteils zugefroren, verkeilte Eisschollen stauten das Wasser. Der Strom konnte 9 Tage zu Fuß überquert werden, und im Januar fanden Feste und Märkte auf dem zugefrorenen Rhein statt. Durch Tauwetter kam es dann zum Eisbruch und besonders Mühlheim und heutige nördliche Stadtteile wurden total überflutet. Auch 1929 und 1963 trieben Eisschollen auf dem Rhein. Mit einem Paddelboot fuhr Willi Wichert, der Pächter des Haxenhauses, während der Hochwasserkatastrophe 1993 durch sein Lokal.

Die mobilen Teile der Hochwasserschutzwand sind dezentral gelagert. Insgesamt können zehn km Rheinufer geschützt werden. Nach dem Aufbau müssen die Aluminiumprofile vor Metalldieben bewacht werden.

Wie funktioniert der Kölner Pegel?

Nach dem Schwimmerprinzip überträgt ein Schwimmkörper den Wasserstand des Rheins auf eine Pegeluhr - ähnlich wie bei einer Toilettenspülung. Die Pegeluhr ist in 10 Abschnitte eingeteilt, dabei entspricht ein Abschnitt einem Meter. Ein kleiner Zeiger weist die Meter aus, ein großer Zeiger die Dezimeter. Noch genauer wird der Pegelstand über die automatische Ansage unter der Nummer 0221-19429 angesagt. 

Der Nullpunkt der Kölner Pegels liegt ca. 35 Meter über NN. Beim Pegelstand von Null gibt es bei einer Fahrbreite von 1,50 m noch eine Tiefe von einem Meter, so werden negative Pegelstände vermieden. 2003 gab es mit nur 81 cm KP ein extremes Niedrigwasser. Das ursprüngliche Pegelhäusschen wurde 1901 im neugotischen Stil erbaut und nach dem Krieg in veränderter Form wieder errichtet.

Günther Klein Dipl.-Wirt.-Ing.

Quelle vergleiche: Stadtentwässerungsbetriebe Köln