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Hochwasser und Rheinpegel in Köln

Kölner Hochwasserschutzkonzept

Nach dem Hochwasser im Frühjahr 1983 schaffte Köln als erste Stadt in Deutschland mobile Spundwände an, die bis zu einem Pegelstand von 10,00 m schützten. Die Katastrophen von 1993 und 1995 mit einem Kölner Pegelstand von 10,63 m und 10,69 m setzten die Altstadt unter Wasser und verursachten einen Hochwasserschaden von ca. 85 Millionen Euro. Daraus resultierte 1996 ein verbessertes Hochwasserschutzkonzept mit einer neuen höheren mobilen Schutzwand mit mehr Retentionsraum, die die Kölner Altstadt bis 11,30 m Kölner Pegel schützt. Die Hochwasserwände sind dicht; zusätzlich lagern jedoch auch noch 30.000 gefüllte Sandsäcke in den Depots der Stadtentwässerungsbetriebe. Bei Bedarf kann diese Zahl auch noch aufgestockt werden. Ab einem gewissen Pegelstand werden diese Sandsäcke an festgelegten Ausgabestellen Privatbürgern zur Verfügung gestellt. Dazu kommen Hochwasserpumpwerke und zahlreiche Schieber, die das Kanalnetz vom Rhein trennen, damit nicht Keller oder tief gelegene Stadtteile unterirdisch volllaufen. Retentionsbecken wie in Porz-Langel fassen 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser und können den Rheinpegel in Köln um bis zu 5 cm absenken. Ein größeres Retentionsbecken liegt im Worringer Bruch, hier passen 30 Millionen Kubikmeter rein und kann den Kölner Norden um bis zu 17 cm entlasten.

Der Rheinufertunnel wird bei extremen Hochwasser gesperrt, verirrte Fische werden im Tunnel mit Keschern gerettet. Mit einem Paddelboot fuhr Willi Wichert, der Pächter des Haxenhauses, während der Hochwasserkatastrophe 1993 durch sein Lokal. Am 28. Februar 1784 gab es das höchste jemals gemessene Hochwasser von Köln mit einem Rekordpegel von 13,55 K.P. Der Rhein war größtenteils zugefroren, verkeilte Eisschollen stauten das Wasser. Der Strom konnte zu Fuß überquert werden, und im Januar gab es Feste auf dem zugefrorenen Rhein. Durch Tauwetter kam es dann zum Eisbruch und besonders Mülhheim und heutige nördliche Stadtteile wurden überflutet. Auch 1929 und 1963 trieben Eisschollen auf dem Rhein.

Günther Klein Dipl.-Wirt.-Ing.

Quelle vergleiche: Stadtentwässerungsbetriebe Köln